Thymian – Gewürz und Heilkraut

Blühender wilder Thymian würzt die gute Gebirgsluft.

Thymian (Thymus vulgaris L.; Thymus zygis L., herba)

Neben der Bekanntheit als Küchengewürz ist der Thymian auch ein altbewährter Helfer gegen Husten und Erkältungen. Verwendet wird er in Tees, Auszügen und als Badezusatz. Haben Sie schon einmal einen Kräutertee mit frischen Thymian zubereitet? Das ist nicht nur bei einer Erkältung ein Genuß.

Thymiankraut ist ein altbewährtes Hustenmittel

Thymiankraut wird frisch und in trockener Form verarbeitet und angewendet. Für die unterstützende Behandlung bei Husten und Erkältungen ist der Thymian eine anerkannte Arzneipflanze. Die Wirkung und die Einsatzgebiete der Gewürzpflanze in der Pflanzenheilkunde sind schon altbekannt und daher anerkannt.

Die Monografie des Thymians der EMA/HMPC finden Sie zum Nachlesen hier: Monografie Thymian

Thymian kann im Garten auf der Terrassse oder auf dem Balkon das ganze Jahr über als Lieferant für die Küche oder die Hausapotheke genutzt werden. Die Stängel werden geschnitten und mit den Blättern kopfüber in Büscheln zum Trocknen aufgehängt. Natürlich eignet er sich auch frisch zur Zubereitung von Tees oder eben zum Würzen.

Manche Kindheitserinnerung ist verbunden mit Hustentropfen, die nach Thymian schmeckten. Die schleimlösende Wirkung des Thymians hat meist das Abhusten von festem Sekret erleichtert. Das ist genau die Unterstützung, die der Körper braucht.

Der Hirtentee des Balkans

Die Schafhirten im rumänischen Fagaras-Gebirge pflücken das frische Kraut und bereiten sich daraus einen Tee. Er wächst nahezu überall auf den Wiesen und Almen. Lediglich heisses Wasser und viel Zucker benötigen sie dafür. Als Wanderer in den Bergen des Balkans schliesst man unweigerlich mit dem Thymiantee Bekanntschaft.

Badezusatz bei Erkältungen

Bekannt und bewährt ist die bronchienerweiternde Wirkung von Thymian und daraus hergestellten Extrakten. Einfach und beliebt bei Erkältungen ist das Vollbad mit Thymian-Badezusatz. Dabei bedarf es nicht unbedingt der Präparate aus der Apotheke oder dem Drogeriefachhandel. Wer dem heissen Badewasser frisches oder getrocknetes Thymiankraut hinzu gibt, wird eine ähnliche Wirkung bemerken. Trotz aller Bemühungen der pharmazeutischen Forschung konnte das Prinzip, auf dem die hustenlindernde Wirkung des Thymians beruht, bisher nicht entschlüsselt werden. Es scheint nicht nur das ätherische Öl Thymol als wirksamer Inhaltsstoff eine Rolle zu spielen. Offenbar sind auch die wasserlöslichen Flavonoide in dem Prozess von Bedeutung.

Quendel – der wilde Verwandte

Etwas verwirrend ist es, wenn der Quendel ins Spiel kommt. Es ist eine wilde Form des Thymians. Die lateinische Bezeichnung ist Thymus serpyllum L.. Den Quendel gibt es in sehr vielen Variationen und Unterarten. Nicht jede davon ist mit der Heilwirkung des Thymians vergleichbar. Daher ist es besser, bei Erkältungen, Husten und Katarrhen der Atemwege auf den Echten Thymian zurückzugreifen.

Inhaltsstoffe:

ätherisches Öl, u.a. Thymol, Flavonoide, Triterpene, Phenolcarbonsäuren, Biphenylene, Acetophenonglykoside, Polysaccharide, Harz, Saponin, Salicylate

Wirkung: 

antibakteriell, beruhigend, krampflösend, entzündungshemmend, schleimlösend, schmerzstillend, schweißtreibend

Gegenanzeigen: 

Die Anwendung bei Kindern unter 12 Jahren wird nicht empfohlen.

Magenstörungen können auftreten.

Ärztlicher Rat ist gefordert wenn:

Nach 1 Woche Verwendungsdauer keine Besserung des Hustens oder der Erkältungssymptome eintritt.

Bei Auftreten von Kurzatmigkeit, Fieber und eitrigem Auswurf.

Üppiges Thymiankraut in seiner schönsten Blüte.
Üppiges Thymiankraut in seiner schönsten Blüte.

Bitte sehen Sie von eigenen Diagnosen und/oder Selbstmedikation ab! Fachkompetente Auskünfte zu Krankheiten und/oder Anwendungen können nur ein Arzt oder Apotheker erteilen.