Kloster Isenhagen

Im barocken Schmuck- und Gemüsegarten des Klosters Isenhagens unterwegs

Zweimal im Jahr öffnen sich die Tore zum Klostergarten in Isenhagen. Dann füllt sich der Garten mit heiteren neugierigen Menschen, die plaudernd und studierend entlang der Kieswege von Beet zu Beet pilgern. Eine gehobene fast schon festliche Stimmung herrscht zwischen den Rabatten und Hecken. Es gibt wahrlich viel zu entdecken, was sonst nur den sechs Konventualinnen des evangelischen Klosters Isenhagen vorbehalten bleibt.

Einen Blick über den klösterlichen Gartenzaun gewagt

Blumen machen den Garten, nicht der Zaun

„Schönheit füllt wohl die Augen, lässt aber oft Mund und Bauch leer.“ (Mahler Müller) Für den Klostergarten in Isenhagen ist das Zitat nicht zutreffend. Etwa die Hälfte der ca. 2,5 Morgen grossen Anlage ist ein Nutzgarten für die Selbstversorgung, und die andere Hälfte wird von den Konventualinnen liebevoll in kleinen Parzellen gepflegt. Man muss schon genau hinschauen, wo der Nutzgarten anfängt und wieder aufhört. Mit ästethischem Sinne sind die Beete und Rabatten angelegt, Linien gezogen, Hecken gepflanzt und Obstbäume gesetzt worden. Seine Anlage gleicht einem Gesamtkunstwerk, wo eines zum anderen gehört. Zuweilen fliessen und verwischen die Grenzen beispielsweise bei den Heilkräutern, die quer übers gesamte Gelände verteilt wurden, wo sie gerade am besten passen. Da überrascht die Mariendistel in Gemeinschaft mit der Kapuzinerkresse. Die Ringelblumen schmücken das Erdbeerfeld. Blühender Thymian rahmt die Rosen ein. Die Minze steht dekorativ in einem Bottich zur Ernte bereit. Das Ergebnis ist eine gärtnerische Komposition: gefällig an einigen Stellen, streng und rhythmisch an anderen Bereichen, verspielt und am Ende ganz und gar harmonisch.

„’s ist schön, so unter Blumen so hinzuleben.“

Berthold Brecht zielte mit seine Aussage sicherlich nicht auf den Klostergarten ab, wobei er wusste, das Leben zu lieben. Vielleicht wäre ihm sein Zitat spontan beim Besuch in Isenhagen eingefallen. Eine Vielzahl von Heilpfanzen sind im Isenhagener Klostergarten zu Hause. Darunter finden sich die altbekannten Klassiker und erfreulicherweise auch einige Exoten, die oft in typischen Kräutergärten fehlen. Es erfordert allerdings die Kenntnis der Pflanzen und ein genaues Hinschauen. Nicht verwunderlich ist, dass Ausschilderungen fehlen, denn er ist ja ein Zier- und Nutzgarten. Mit scheinbar leichter Hand wurden Pflanzen kombiniert und Nachbarschaften kreiiert. Das Reizvolle an diesen ungewöhnlichen Arrangements ist, dass die Schönheit der Heilpflanzen so deutlich zur Geltung kommt.

  • Der Klostergarten Isenhagen öffnet nur zweimal im Jahr seine Tore für Besucher.

Noch mehr zu gucken

Wer die norddeutsche Backsteingotik mag, der ist in Isenhagen richtig. Die Klosterkirche, der Kreuzgang und Teile der Klosteranlage entstammen dieser interessanten Bauepoche. Das Rot der Ziegel bildet mit dem Grün der Umgebung einen äusserst reizvollen Kontrast. Obwohl der Garten nur zweimal im Jahr seine Pforten öffnet, ist die Klosteranlage in den Monaten von April bis Oktober sehens- und besuchenswert. Informationen zu den Besichtigungstagen des Klostergartens, Konzerten, Ausstellungen und Veranstaltungen können unter dem untenstehenden Link abgerufen werden.

Anreise und Internet-Adresse:

https://www.kloster-isenhagen.de