Kräuter-Sammelkorb für den Monat Mai

Diese Kräuter gehören im Mai in den Sammelkorb: Weisse Taubnessel, Weissdorn, Melisse und Waldmeister.

Wer Wert auf eine gutgefüllte Hausapotheke legt, fängt bereits im zeitigen Frühjahr mit dem Sammeln an.

Die Vorräte in den Aufbewahrungsboxen und -dosen dürften bereits den Bodensatz zeigen. Ein rechtzeitiges Wiederauffüllen der Bestände erspart dann im Herbst den Gang zur Apotheke oder zu den bekannten Kräuterhändlern.

Guter Vorrat schadet dem Keller nicht.

altes deutsches Sprichwort

Der Zeitenlauf der Jahreszeiten ist gnadenlos. Wer sich nicht rechtzeitig mit seinem Sammelkorb oder dem Jutesack auf den Weg begibt, wird die begehrten Kräuter nicht mehr ernten können. Es kommt auf den richtigen Zeitpunkt an. Nachfolgende Heilpflanzen und Kräuter sollten im Mai unbedingt auf die Sammelliste.

Die herzstärkenden Blüten des Weissdorns

Ein gewaltiger weisser Busch ist so ein Weissdornstrauch. Rau mit seinen Dornen und voller Zartheit in seinen Blüten.
Ein gewaltiger weisser Busch ist so ein Weissdornstrauch. Rau mit seinen Dornen und voller Zartheit in seinen Blüten.

Ganz vorn auf der Sammelliste steht der Weissdorn. Eigentlich ist es fast schon ein wenig Schade, den grossen Büschen ihre blendend weissen fünfblättrigen Blüten zu dezimieren. Weissdornblüten sind ein bekanntes und bewährtes Hausmittel bei nervösen Herzbeschwerden und vorsorglich fürs die Symptome des Altersherzen. Ein Tee aus den getrockneten Blüten hilft nicht bei akuten Beschwerden. Die Inhaltsstoffe benötigen einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen, um ihre Wirkung zu entfalten. Es spricht also nichts dagegen, Weissdornblüten für die Mischung eines guten Haustees zu verwenden. Übrigens, die Blätter vom Weissdornstrauch müssen aus dem Sammelgut nicht aussortiert werden. Auch sie verfügen über die wirksamen Inhaltsstoffe wie die Blüten.

Die schlaffördernden Blüten der Weisse Taubnessel

Die Blütezeit der Weissen Taubnessel ist April bis Oktober. Sie ähnelt der Brennnessel. Ihre Blätter haben keine Nesselzellen, deshalb brennen sie nicht.
Die Blütezeit der Weissen Taubnessel ist von April bis zum Oktober. Sie ähnelt der Brennnessel. Ihre Blätter haben keine Nesselzellen, deshalb brennen sie nicht.

Manchmal muss man sie lange suchen, die weissen Taubnesseln. Entweder sind die Lagen von Brennnesseln okkupiert, oder Buntnesseln allen Couleurs haben sich breitgemacht. Hatten sie während der letzten Tage ausreichend Sonne, dann zeigen sie stolz ihre weissen Blütenmäulchen. Während verregneter Tage verstecken sie sich unter den Blätter. Die Ernte von weissen Taubnesseln ist meist nicht sehr ergiebig. Gesammelt und getrocknet werden die Blüten. Das ist zum Teil mühsam und nach dem Trocknen bleibt nicht viel übrig. Dennoch lohnt sich die Mühe und der Aufwand, die weisse Taubnessel zu sammeln. Die grossen Frauen der Volksmedizin schworen auf die Taubnessel-Blüten. Sie empfahlen die Beimischung von weisser Taubnessel zu Einschlaftees. Ihren Erfahrungen nach verhelfen getrocknete Taubnesselblüten zu einem besseren Schlaf. Ob es wirklich hilft, muss jeder für sich herausfinden.

Einmal nur den Waldmeister schmecken

Wenn die kleinen weissen Blüten erblühen, wird der aromatische Duft besonders deutlich spürbar.
Wenn erst die kleinen weissen Blüten des Waldmeisters erblühen, wird der aromatische Duft besonders deutlich spürbar.

Immer der Nase nach. Der Duft verrät ihn. Wenn die Sonne im Mai den Boden der Buchenwälder erwärmt, kann der Waldmeister nicht an sich halten. Die kleinen kräftig grünen Pflänzchen mit ihren Balttkränzen verströmen dann das unverkennlich gute Waldmeister-Aroma, das an Kindheitszeiten, Pudding oder lustige Bowlenerlebnisse erinnert. Leider sind die Inhaltsstoffe (Cumarine) des Waldmeisters nicht ganz so unkompliziert. Sie gelten als karzonergen (krebsauslösend). Deshalb eignet sich Waldmeister nicht, wenn auch oft anders behauptet, als Heilpflanze. Allerdings einmal im Jahr muss es eine Waldmeisterbowle sein! Auf diesen göttlichen Gaumenkitzel braucht keiner zu verzichten – einmal im Wonnemonat Mai.

Melissenblätter für den Ausgleich

Mit Melisse freut sich das Gemüt.
Die frischen Blätter der Melisse sind die besten.

Wer seine Melisse rechtzeitig auf der Terrasse oder dem Balkon platziert hat, der wird mittlerweile Freude an einem kräftigen Busch haben. Nach und nach sollten die grossen Blätter abgeerntet werden. Das stetige Sammeln der Melissenblätter macht Sinn. Die kleinen Blättchen können schnell nachtreiben und an Grösse gewinnen. Beim Trocknen verliert die Melisse erheblich an Masse. Für eine guten guten Vorrat in der eignen Hausapotheke hilft nur: sammeln, trocknen, sammeln, trocknen …. Nicht alles muss getrocknet in gut verschlossenen Gefässen für den nächsten Winter verschwinden. Ein Tee aus frischer Zitronenmelisse ist zu jeder Zeit ein Genuss. Er schont die Nerven, weil der Zauber der Melisse in seiner ausgleichenden Wirkung liegt. Übrigens, ein Stengel frischer Melisse im Wasserkrug gibt ein wohlschmeckendes Getränk für den ganzen Tag.