Kloster Ebstorf

Ein Platz mit wertvollen Schätzen und wohltuender Stille

Verborgen hinter hohen Klostermauern, verdeckt von mannshohen Hecken versteckt sich der Garten des Klosters Ebstorf. Er ist das gut behütete Refugium der Konventualinnen. Das sind Frauen, die in einer Gemeinschaft des evangelischen Glaubens nach klösterlicher Ordnung zusammenleben. Sie haben sich bewusst für ein Leben innerhalb der Klostermauern abseits eines bürgerlichen Lebens entschieden. Das weisse hölzerne Gattertor zum Klostergarten bleibt für Besucher verschlossen.

Nordisch kurz, knapp und freundlich bringt das die Äbtissin Frau Krüger zum Ausdruck: „Es ist richtig, wir haben einen wunderschönen Garten, den wir auch besonders hüten. Unsere Gäste können ihn aus der Ferne, aber eben auch im schönen Umfeld des Klosterhofs, auf dem Bänke und eine Sitzgruppe zum Ausruhen bereitstehen, betrachten.“ 

Die geheimen Gärten des Klosters Ebstorf

Entspannende Ruhe und blumige Heiterkeit

Begehrte Sitzplätze sind die Bänke im Schatten der grossen alten Bäume. Fast unbemerkt vollzieht sich auf den Plätzen ein stetiger Wechsel. Mal sind es pausiernde Radfahrer, dann wieder verliebte Pärchen, junge Menschen mit Gesprächsbedarf oder einfach ruhesuchende Ältere. Es wird gekichert, diskutiert, gepicknickt, geknutscht, geträumt, gelesen oder ein kleines Nickerchen gemacht. Sie alle kommen in den Klosterhof, um Ruhe zu finden. Keiner lärmt. Es scheint, als solle das kostbare Gut Ruhe bewahrt und erhalten werden. Welch ein Gegensatz zur Welt ausserhalb des Hofs vor dem grünen Tor.

Von Heilkräutern keine Spur

Vergeblich versuche ich dennoch einen Blick auf den verborgenen Garten zu werfen, und mein Objektiv für ein paar Bilder in Position zu bringen. Es gelingt mir einfach nicht. Die Enttäuschung darüber hielt sich allerdings in Grenzen, weil mir sehr schnell offenbar wurde: ich stehe inmitten eines wunderschönen Gartens. Die klostertypischen Heilkräuterbeete suchte ich vergeblich. Stattdessen hüllte mich eine angenehme Brise honigsüssen Dufts blühender Linden, mit einer Kopfnote Jasmin und dem üppig blumigen Boquet sonnenwarmer Rosen ein. Ein grosser Garten ist das gesamte Gelände des Klosters Ebstorf. Die Anlage des Klosterhofes ist weniger aufgrund seiner Architektur beeindruckend, vielmehr ist das seiner Gestaltung als Garten mit grossen Bäumen, Sträuchern, Blumenrabatten und Rosenstöcken zu verdanken. Rosen, so scheint es, sind die beliebtesten Gartenblumen in der Lüneburger Heide. In der christlichen Symbolik steht die Rose für die allmächtige Liebe und verkörpert das Wirken Marias – wie passend für ein Kloster.

  • Das grüne Tor mit der Hausnummer 10 ist zugleich der Eingang zum Klosterhof.

Backsteingotik inmitten blühender Gärten

Die ältesten Mauern der Klosteranlage wurden vor mehr als 800 Jahren errichtet. Sie stehen immer noch. Weiterhin wird die klösterliche Tradition an diesem Ort mitten in der Heide fortgeschrieben. Die Geschichte hat vieles innerhalb und ausserhalb der Umfassungsmauern verändert und zu Neuanfang und Umgestaltung gezwungen. Wie ein Rosenstock ist das Kloster Ebstorf immer wieder zu Blüte gelangt. Frostige Winter erfordern einen radikalen Rückschnitt, aber das hindert den Rosenstock nicht, immer wieder auszutrieben, zu spriessen und zu blühen.

Deutlich lesbar sind die Spuren der Klostergeschichte an den Gebäuden. Bei einem Spaziergang durch den Ort und rund um das Kloster sind sie für interessierte Besucher deutlich erkennbar. Eindrucksvoll ist die für den Norden Deutschlands typische Backsteingotik. Die Mauern der Kirche, des Konvents und des Remters sind Zeugen dieser bedeutsamen Bauepoche. Einst beherrschte das Kloster das wirtschaftliche, geistige und soziale Leben im Dorf. Heute ist es einen prägender Teil des kulturellen und sozialen Miteinanders.

Die typische Sandsteingotik des Nordens repräsentiert das Kloster Ebstorf in der Lüneburger Heide bei Uelzen.
„Bekränzen wir uns mit Rosen, ehe sie verwelken; keine Wiese bleibe unberührt von unserem ausgelassenem Treiben. Überall wollen wir Zeichen der Fröhlichkeit zurücklassen; das ist unser Anteil, das fällt uns zu.“ (Weish.; 2,8)

Der Glückliche hat gut trösten

Sie hatte recht, Frau Äbtissin Krüger, mit ihren tröstenden Worten, dass es im Kloster Ebstorf viel Schönes und Interessantes zu sehen gäbe – nur den Klostergarten nicht. Enttäuschung kam bei mir nicht auf. Nur die Neugierde auf all die anderen verborgenen Schätze wurde geweckt. Fehlte mir an jenem Sommersonnentag im Juni die Zeit, dann werde ich sie mir das nächste Mal nehmen: zu einem anderen Zeitpunkt, einer anderen Jahreszeit, neue Eindrücke sammeln und mir die Muse nehmen, mich auf weitere Entdeckungen einzulassen.

Nähere Informationen zum Kloster selbst könnt ihr über untenstehenden Link abrufen.

Anfahrt und Internet-Adresse:

https://www.kloster-ebstorf.de/kloster/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.