Le Prieuré Notre-Dame de Salagon

Musée et jardins de Salagon

Drei Orte zur Orientierung sollte sich merken, wer sich auf den Weg zum vielgepriesenen Garten des ehemaligen Priorats begibt. Der erste Ort ist Forcalquier. Das ist eine kleine Stadt im Department Alpes de Haute-Provence nur zwei Kilometer von Mane entfernt. Mane ist der zweite Ort. Es ist ein langgezogenes Strassendorf, was lange Zeit nicht auf den Wegweisern vermerkt ist. Daher ist es lohnenswert, sich zunächst nach Forcalquier zu orientieren. Lediglich zwei Kilometer Landstrasse trennen das beschauliche Dorf Mane vom ebenso unaufgeregtem Leben in der Kleinstadt Forcalquier. Neben dem beschauliche Dorfkern erhebt sich der beeindruckende Burgberg von Mane mit seiner mittelalterlichen Bebauung. Spätestens ab der Ortsmitte finden sich dann auch die Hinweistafeln zur dritten und finalen Station: Salagon.

Epische Gärten der Provence

Der Zweck heiligt die Mittel

Den Klosterbetrieb musste das Priorat von Salagon mit dem Sieg der Französischen Revolution einstellen. Nicht sehr erfolgreich waren zuvor die Benediktiner, die das Kloster Notre-Dame-de-Salagon seit Ende des XI. Jahrhunderts betrieben. Wie üblich in solchen Fällen kommt es zur Aufgabe oder zur Übernahme – hier zur Angliederung ans Kloster der Brüder Minimes de Mane. Erst in den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurden das Kloster und seine Gärten wieder zum Leben erweckt. Vorgesehen war keine Wiederbelebung des geistig-spirituellen Lebens auf mehreren Hektar Fläche oder in den romanischen Gemäuern der Kirche. Es war der Beginn eines Projektes, des jeden Klostergartens würdig ist – ein Ort der Bewahrung und Besinnung auf die Schöpfung in Form eines grandiosen Gartens. Weshalb wir die ‘Jardins de Salagon’ in unsere Rubrik ‘Klostergärten’ mit aufgenommen haben.

Platz für Entdecker und Tagträumer

Einen ganzen unglaublich langen Tag darf jeder Besucher mit der gelösten Eintrittskarte auf dem Gelände der Gärten von Salagon verweilen. Tatsächlich nutzen Menschen die Gärten bewusst für einen lustvollen Zeitvertreib unter freiem Himmel. Nicht Jedermann und Jederfrau ist von Rastlosigkeit und vom Tempo getrieben, eiligen Schrittes alle Sehenswürdigkeiten effektiv abzuarbeiten. Ohne Frage: in den Gärten gibt es jede Menge zu entdecken und zu erfahren für alle Sinne. Die Anlage der Gärten entspricht vollkommen dem Gedanken des Klostergartens als Platz der Stille, der Einkehr und eines nicht zweckgebundenen Verweilens und Verharrens. Kinder tollen und krabbeln über die Wiesen in der Nähe des Duftgartens während die Eltern den Schatten der Bäume geniessen, um dann Stunden später gemütlich in Richtung des Mittelaltergartens weiter zu ziehen. Andere verbringen Zeit mit althergebrachten Hobbys wie Malen und Zeichnen von Bäumen und Pflanzen. Was für ein wunderbarer Ort, der die Seele zum klingen bringt – wie es wohl auch der ursprüngliche Plan für diese Stätte war!

Rosen sind ein begehrter Schmuck von Klostergärten wie hier im Mittelaltergarten der Jardins de Salagon.

Eine besondere Würdigung heimischer Heilkräuter

Den Schöpfer der Jardins de Salagon lag ihren eigenem Vernehmen nach die Schaffung eines “Open-Air-Handbuches” am Herzen, das die einheimische provenzalische Pflanzenwelt mit der modernen Gartenwelt verbindet. In mehr als zehn thematischen Gärten werden rund 1.600 Pflanzen und Kräuter präsentiert. Gleich links neben dem Eingang gibt es einen Mittelaltergarten. Interessanterweise repräsentiert er eine Pflanzenwelt ohne Neophyten vom amerikanischen Kontinent und ist auch gleichlautend etikettiert: ‘Welt ohne Amerika’. Das vermittelt leicht zugänglich die damals möglichen und gängigen Speiseangebote. Hingegen die Heilpflanzen und -kräuter sind nach ihren Indikationen in Beete unterteilt und allesamt mit französischen und lateinischen Namen beschriftet. So kann der Besucher sich in französischer Sprache üben und lernt, dass eines der bewährtesten Abführmittel “Grande Patience” genannt wird – die Rhababerwurzel.

Anfahrt und Internet-Adresse:

http://www.musee-de-salagon.com