Kahles Bruchkraut – stets zu Füssen

Das Kahle Bruchkraut (Herniaria glabra) ist ein bewährtes Heilkraut für den Bereich des Uro-Genital-Traktes.

Kahle Bruchkraut (Herniaria glabra)

Fast schon duckmäuserig vegetiert das Kahle Bruchkraut in Steinspalten, oder auf kargen Untergründen wie Sand und Schotter. Es legt es fast schon darauf an, übersehen zu werden. So wird es einerseits zu den Heilkräutern gezählt, aber offiziell hapert es mit der Anerkennung des grün wuchernden Krautes. Die Pflanze schein vollkommen anspruchslos und scheint doch immer von saftiger Frische zu sein. Der Geruch des gerupften Krautes ist grasig. Andere beschreiben einen Duft ähnlich des Waldmeisters. Die bläulichen und weissen Blüten des Bruchkrautes sind so winzig, dass sie mit dem blossen Auge kaum zu erkennen sind.

Ein wahres Nischenprodukt der Natur

Das beschriebene Anwendungsspektrum des Kahlen Bruchkrautes in der Volksmedizin reicht weit und weist einige bemerkenswerte Zusammenhänge auf. Die gebräuchlichsten Anwendungen betreffen die Nieren sowie die ableitenden Harnwege, hinzukommen „reinigende“ Wirkungen und Anwendungsmöglichkeiten bei Ekzemen. Tatsächlich gibt es den Zusammenhang zwischen gesunden Nieren, Harnwegen und einem schönen gleichmässigen Hautbild. Möglichst viel Wasser und ungesüssten Kräutertee über den Tag verteilt zu trinken gilt seit eh und je als Beauty-Geheim-Tipp.

Leider konnten die Experten der Kommission E des BfArM die Wirksamkeit für das Kahle Bruchkraut nicht belegen. Daher blieb ihm bisher die Anerkennung verwehrt.

Mittlerweile scheint es auf europäischer Ebene einen neuen Anlauf zur Anerkennung des Kahlen Bruchkrautes zu geben. Die EMA/HMPC wird möglicherweise am Ende des Jahres, die Erstellung einer Monografie beschliessen. Bis dahin heisst es, abwarten.

Obwohl die Blätter des Kahlen Bruchkrautes eine Teedroge sind, dürfen sie nicht gekocht werden. Zum Erhalt der Wirkstoffe wird das frisch gesammelte Kraut nur leicht mit heissem Wasser überbrüht.

Die Herausforderung beim Sammeln des Kahlen Bruchkrautes dürfte das Pflücken von sauberem Kraut sein. Da es allzu gerne in Ritzen und in Wegkanten wächst, ist es genau an diesen Stellen vor Verunreinigungen durch Menschen und Tiere nicht sicher. Daher sollte die Sammelstelle für das Kahle Bruchkraut sorgfältig ausgesucht werden.

Übrigens wird das Kahle Bruchkraut auch als Harnkraut, Windkraut, Dürrkraut oder Jungfernkraut bezeichnet.

Inhaltsstoffe:

Flavonololglykoside, Triterpensaponine, Kumarine

Wirkung:

spasmolitisch in den Harnwegen

Gegenanzeigen:

Menschen mit Herz- oder Nierenerkrankungen sollten vor Gebrauch des Bruchkrautes ihren behandelnden Arzt befragen.

Das Kahle Bruchkraut (Herniaria glabra) könnte man glatt für Unkraut halten, das an kargen Stellen rankt.
Das Kahle Bruchkraut (Herniaria glabra) könnte man glatt für Unkraut halten, das an kargen Stellen rankt.