Pfefferminze – die Frische im Kräutergarten

Pfefferminze liebt feuchte Untergründe

Pfefferminze (Mentha piperita)

Die Pfefferminze ist wohl eines der bekanntesten Haus- und Allheilmittel. Verwendet werden die frischen oder getrockneten Blätter der Pflanze. Für die Würze und den Gehalt an ätherischen Ölen ist der Standort, an dem die Pfefferminze aufwächst, massgeblich entscheidend. Hierbei spielen die Mineralisierung des Bodens, Sonneneinstrahlung und Feuchtigkeit eine grosse Rolle. Vielen traditionellen Kräutertee-Mischungen werden Pfefferminzblätter beigemengt. Beliebt und in vielfältigen Qualitäten wird der gute alte Pfefferminztee im Lebensmitteleinzelhandel angeboten. Der Wohlgeschmack und der frische belebende Duft sind förderlich für das körperliche und geistige Wohlbefinden. Der mentholhaltige Duft assoziiert Frische. Tatsächlich erwärmt der Genuss von Pfefferminztee den Körper nicht dauerhaft. Er erfrischt. Dabei handelt es sich um einen durch das Menthol an den Kälterezeptoren in den Schleimhäuten ausgelösten Effekt, der dem Körper ein Kälteempfinden vermittelt.


Zartrosa Büschel bilden die Blüten der Pfefferminze.

Die Blüten der Pfefferminze bilden zartrosa Büschel.


Pfefferminze regt die Verdauung an

Der gute alte Pfefferminztee ist ein anerkanntes traditionelles pflanzliches Arzneimittel zur symptomatischen Linderung von Verdauungsstörungen wie Dyspepsie (Schmerzen im Oberbauch, Reizmagen) und Blähungen. Dabei spielt keine Rolle, ob es sich bei den verwendeten Pfefferminzblättern um frische oder getrocknete handelt.

Es sind die Phenolcarbonsäuren der Pfefferminz-Blätter, die den Gallefluss anregen und auf diesem Wege erste Linderungen bei Oberbauchbeschwerden erzielen können. Sie werden bei Teezubereitungen leicht gelöst und wirken bei oraler Aufnahme direkt vor Ort.

Die der Pfefferminze geschmacksgebenden ätherischen Öle – allen voran das Menthol – wirken über die Geruchs- und Geschmacksnerven. Sie lösen dabei Reflexe aus, die eine vermehrte Produktion und grösseren Ausstoss von Verdauungssäften bewirken und somit zu einer leichteren Verdauung beitragen. Darauf beruht wahrscheinlich der Effekt, den viele kennen, dass die Linderung von Verdauungsbeschwerden schon nach wenigen Schlucken heissen oder kalten Pfefferminztees spürbar ist.

Krampflösend wirken die Apegenin- und Luteolinglykoside im Bereich der Speiseröhre und der Gallenwege.


Wassergräben und Bachläufe sind die bevorzugten Standorte der Pfefferminze.

Wassergräben und Bachläufe sind die bevorzugten Standorte der Pfefferminze.


In der Pfefferminze finden wir ein Beispiel perfekter natürliche Kombination von Inhaltsstoffen, die isoliert betrachtet ganz unterschiedliche Wirkungen haben. In ihrer Gesamtheit aber ist die erfrischende und verdauungsfördernde Wirkung der Pfefferminze einmalig.

Die Monografien des EMA/HMPC können Sie unter den beiden Links abrufen: PfefferminzePfefferminzöl

Inhaltsstoffe:

ätherische Öle, Menthol, Gerbstoffe, Rosmarinsäure, Phenolcarbonsäuren, Flavonoide, Eriocitrin, Hesperidin, Lutoelin-7-O-rutinosid, Lutoelin-7-O-glukosid, Triterpensäuren, Sterole, Lipide, Carotinoide,

Wirkung: 

antibakteriell, galletreibend, schmerzstillend, krampflösend, tonisierend

Gegenanzeigen:

Von der Verwendung bei Kindern im Alter unter 4 Jahren wird abgeraten. Sie ist nicht zu empfehlen.

Bei der Verwendung von Pfefferminzblätter-Tee bei Kindern im Alter zwischen 4 und 11 Jahren sollten lediglich 1 bis 2 g auf 150 ml Wasser verwendet werden.

Menschen mit Magen-Reflux (Sodbrennen) sollten Pfefferminzblätter-Zubereitungen meiden, weil sie das Risiko für Sodbrennen signifikant erhöhen. Menschen mit Gallen- und alle anderen Lebererkrankungen ist Vorsicht bei der Anwendung von Pfefferminzblätter-Präparaten empfohlen. Fragen Sie im Zweifel einen Arzt!

Sollten bei Verwendung innerhalb von 2 Wochen keine Besserung der Symptome erzielt werden, suchen Sie bitte einen Arzt auf.