Einige Aktualisierungen auf unserer Seite

Symbolbild EMA HMPC Updates 2020

Erfreuliche Neuigkeiten hatte im Sommer dieses bewegten Jahres das Komitee für pflanzliche medizinische Produkte (HMPC) der europäischen Behörde für Medizinprodukte (EMA) zu verkünden. Wie bereits erwartet, wurde das kahle Bruchkraut (Herniarae herba) als traditionelles pflanzliches Arzneimittel anerkannt und dazu eine Monografie veröffentlicht.

Die turnusgemässe Überprüfung bereits bestehender Monografien schreitet weiter voran. Im Laufe des neuen Jahres 2021 können wir mit weiteren Ergebnissen rechnen. Damit kommt die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), eine dezentrale Agentur der Europäischen Union (EU), die für die wissenschaftliche Bewertung, Überwachung und Sicherheitsüberwachung von Arzneimitteln in der EU zuständig ist, ihren Aufgaben und dem öffentlichen Auftrag nach.


Das Kahle Bruchkraut (Herniaria glabra) könnte man glatt für Unkraut halten, das an kargen Stellen rankt.

Kahles Bruchkraut

(Herniarae herba)

Nach einem zweijährigen Prüfprozess war es endlich soweit. Das Kahle Bruchkraut wurde als traditionelles pflanzliches Arzneimittel zur Verwendung als Spültherapie bei Harnwegsbeschwerden anerkannt.


Die einen nennen es das Mutterkraut, die anderen Bertram. Beide Namen sind zutreffend für das bekannte Heilkraut gegen Migränekopfschmerz. Seine lateinische Bezeichnung lautet Tanacetum parthenium. Die internationalen Experten des HMPC haben bei der turnusmässigen Überprüfung der Monografie einige Änderungen bezüglich der Dosierung und der täglichen Maximaldosis festgelegt.


Hildegard von Bingen schätzte schon das Bertramkraut. Es ist eine anerkannte Heilpflanze zur Behandlung von Migräne.

Mutterkraut

(Tanacetum parthenium)

Das Mutterkraut ist auch unter dem Namen Bertram als pflanzliches Arzneimittel zur Vorbeugung von Migräne bekannt. Die EMA/HMPC hat die Dosierungsempfehlungen geändert und präzisiert.


Eingegrenzt wurde die Verwendung von Pflanzenteilen beim Rhabarber. Die Wurzel des Frühlingsgemüses ist weitestgehend als pflanzliches Abführmittel bekannt. Die Expertenkommission entschied, dass nur noch standardisierte Zubereitungen aus den Wurzeln des Rhabarbers in der betreffenden Monografie genannt werden. Somit wird nicht mehr die Verwendung von selbstgeerntetem Material empfohlen.


Blätter und Stengel des Garten-Rhababer

Wurzeln des Rhabarbers

(Rhei radix)

Bei der Rhababarwurzel beschloss das Gremium der EMA/HMPC eine Änderung bei der Verwendung der Pflanzenteile. Lediglich standartisierte Zubereitungen der Rhababerwurzel geniessen nur noch die Anerkennung als pflanzliches Arzneimittel.


Einig waren die Experten sich schon immer, dass Teezubereitungen aus Pfefferminzblättern nichts für Kinder im Alter unter 4 Jahren sind. Sie sprachen sich allerdings für die Verwendung bei älteren Kindern aus, jedoch in einer geringeren Dosierung als für Erwachsene. Damit ist das gute alte Hausmittel nicht weg vom Fenster. Auch mit leichten Dosen lässt sich eine gute Wirkung erzielen und Reizungen werden nicht provoziert.


Zartrosa Büschel bilden die Blüten der Pfefferminze.

Pfefferminz-Blätter

(Menthae piperitae folium)

Teezubereitungen aus Pfefferminzblättern zur symptomatischen Linderung von Verdauungsstörungen wie Dyspepsie und Blähungen sollten für Kinder niedriger dosiert werden als für Erwachsene. Dahingegehend wurde die Monografie angepasst.


Die betreffenden Monografien wurden ausgetauscht und die dazugehörigen Texte auf unserer Seite aktualisiert. Wir schauen optimistisch voraus, auf die guten Neuigkeiten, die uns sicherlich im neuen Jahr erreichen werden.