Fieberklee – Blume des Jahres 2020

Fieberklee (Menyanthes trifoliata) hat die Loki-Schmidt-Stiftung zur Blume des Jahres Blume des 2020 gekürt.

Fieberklee (Menyanthes trifoliata)

Die Loki Schmidt Stiftung überraschte mit der Entscheidung den Fieberklee zur Blume des Jahres 2020 zu küren. Vielen ist die kleine Moorblume auch als Bitterklee, Zottelblume oder Dreiblatt bekannt. Sie möchte mit der Wahl des Bitterklees die Öffentlichkeit für den Schutz der Moore und Sümpfe sensibilisieren. Für ein intaktes Ökosystem sind Moore unentbehrlich. Im eigentlichen Sinne werden sie häufig als unfruchtbare, nicht nutzbare Flächen betrachtet. Tatsächlich sind sie effektive Wasserspeicher, produzieren erhebliche Mengen an Pflanzenmasse, speichern riesige Mengen an Kohlenstoff. Letztendlich sind die Moore ein Lebensraum für viele Tierartem, Pflanzen, Insekten und Kleinstlebewesen. „Mit der Benennung zur Blume des Jahres möchte die Loki Schmidt Stiftung auf den dringend notwendigen Schutz dieser Ökosysteme aufmerksam machen und ihre Bedeutung für Mensch und Natur thematisieren.“

Name ist Schall und Rauch.

Faust I., J. W. v. Goethe

Er ist weder ein Klee, noch hilft er bei Fieber.

Es ist ein Blümlein der alten Mythen. Alte Kräuterbücher sprechen der kleinen weissblühenden dreiblättrigen Pflanze fiebersenkende Wirkung zu. Diese Eigenschaft hat sie aber nicht. Keiner ihrer Inhaltsstoffe eignet sich, um Fieber oder eine erhöhte Körpertemperatur zu senken. Allerdings können die in den Blättern enthaltenen Bitterstoffe bei Appetitlosigkeit helfen.

Bei der dreiteiligen Blätterform könnte man an einen Klee denken. Die Kleearten gehören botanisch zur Familie der Schmetterlingsblüter. Die kleinen Blütensterne mit den fransigen Blütenblättern geben allerdings den entscheidenden Hinweis, dass es sich um eine eigene Pflanzenfamilie handelt; die Fieberkleegewächse.

Das Blümchen aus dem Moor gegen Appetitlosigkeit und Magen-Darm-Beschwerden

Vom Sammeln des Bitterklees sollte abgesehen werden. Aufgrund der Gefährdung der Bestände aufgrund der Verringerung der Moorflächen wurde der Bitterklee unter Naturschutz gestellt.

Werden die Blätter gesammelt, können sie nach dem Trocknen zu Teezubereitungen oder alkoholischen Auszügen weiterverarbeitet werden.

Die Bitterstoffe regen zur Speichelbildung und vermehrten Ausschüttung von Magensekret an. Das fördert den Appetit. Zeitgleich bewirken die Sekretbildungen in Mund und Magen für eine verbesserte Verdauung. Daher ist der Bitterklee auch in Rezepturen für Magenbitter oder -liköre zu finden.

Seitens der Kommission E des BfArM ist die Anwendung von Fieberkleekraut für die Indikationen Appetitlosigkeit und dyspeptische Beschwerden bestätigt. Aktuell berät die europäische Arzneimittelbehörde EMA/HMPC über die Anerkennung des Fieberklees als Arzneipflanze. Eine abschliessende Monografie hat sie noch nicht veröffentlicht.

Inhaltsstoffe:

Bitterstoffglykosoide, Cumarine, Flavonoide, Iridoitglykoside, Kaffeesäurederivate, Pyridinalkaloide, Triterpensaponine

Wirkung:

adstringierend, appetitanregend, magensekretfördernd

Gegenanzeigen:

Bei vorliegenden Magengeschwüren sollte auf die Anwendung von Bitterklee-Blättern verzichtet werden.


Quellen:

https://www.loki-schmidt-stiftung.de