Wilde Malve – die Verlockung vom Felde

Die wilde Malve ist auch als die große Käsepappel oder Feldmalve bekannt.

Wilde Malve (Malva sylvestris)

Unter den Bezeichnungen grosse Käsepappel oder Feldmalve ist sie bekannter als unter ihrem botanischen Namen ‚Wilde Malve‘. Sie ist die wilde Schwester der aufrechten Schönheit der Blumenrabatten und Gärten. Die Verwandtschaft kann sie nicht abstreiten. Die Form der Blätter und der Blüten verraten sie.

Vermehrt siedeln die wilden Malven auf renaturierten Flächen. Für Neubegrünungen an Wildstreifen oder aufgelassenen Äckern wird sie gerne genutzt. Ihre Samen finden sich auch in den sogenannten Bienenmischungen für Wildwiesen. Sie ist genügsam und gedeiht auch auf trockenem Ödland. Im Sommer schmückt sie nicht nur die neuentstandenen bunten Wiesen und Grünstreifen. Während der Monate Mai bis September sind ihre zarten Blüten für Schmetterlinge und andere Insekten eine begehrte und lohnenswerte Futter- und Tankstelle.

Die wilde Malve erfreute sich schon von Alters her einer grossen Beliebtheit. Ihre Früchte, die wie kleine Käselaibchen aussehen, wurden in ärmeren Zeiten zu Brei für Kinder verkocht. Selbst als Farbstoff für Wolle und Lebensmittel eignen sich die schönen Blüten. Getrocknete Malvenblüten und -blätter werden gerne zur Farbgebung Kräutertees beigemischt. Im Erkältungsfall sind sie dann häufig das Mittel der ersten Wahl. Ihre schleimbildenden Stoffe in den Blättern und Blüten wirken gleichmässig befeuchtend auf die Schleimhäute im Mund und Rachen. Sie helfen damit einen feuchten Film zu bilden, der die Funktion der Flimmerhärchen und der Sekretbildung erhält und verbessert.

Lindernde Wirkung bei Reizhusten und Rachenbeschwerden

Bei trockenem Husten, Reizungen des Mund- und Rachenraums kann eine Tasse Tee aus Malvenblüten helfen und durchaus Linderung verschaffen. Die Blüten der wilden Malve wurden erst kürzlich offiziell als traditionelles pflanzliches Arzneimittel zur Behandlung dieser Symptome anerkannt. Damit hat sie ihre Berechtigung in der Beimischungen von Erkältungstees oder auch Hagebuttentees erhalten.


Malventee bei trockenem Husten:

Heisser Malvenblütentee hilft bei erkältungsbedingtem rauhem Hals und trockenem Husten

  • 1-2 Teelöffel getrocknete Malvenblüten
  • 1/4 Liter kochendes Wasser

Die Malvenblüten mit kochendem Wasser übergiessen. 7-10 Minuten stehen lassen, abgiessen.

Über den Tag verteilt 3 Tassen warmen Tees trinken. Achten sie bitte auf einen zeitlichen Abstand von 1/2 Stunde bei gleichzeitiger Einnahme von Medikamenten.


Malvenblüten für den Magen und Darm

Zu den funktionellen gastrointestinalen Störungen zählen unter anderem der Reizdarm und der Reizmagen. Die Ursachen können organisch oder psychosomatisch sein. Frauen sind häufiger als Männer davon betroffen. Die in den Malvenblüten enthaltenen Schleimstoffe können bei der Entlastung der gereizten Magen- oder Darmschleimhäute unterstützend helfen. Das Trinken einer Teezubereitung mit Malvenblättern entspannt nicht nur und reduziert den Stress, es hilft auch den Körper mit ausreichend Flüssigkeit zu versorgen. Gleichzeitig hüllen die Inhaltsstoffe die Darm- und Magenschleimhäute in einen zarten schützenden Film, was die Beschwerden lindern kann. Malventee sollte bei Bauchbeschwerden ungesüsst getrunken werden.


Malventee bei gereiztem Magen oder Darm:

Die Schleimstoffe lindern Beschwerden in Magen und Darm

  • 2-4 Teelöffel getrocknete Malvenblüten
  • 1/2 Liter kochendes Wasser

Die Malvenblüten mit kochendem Wasser übergiessen. 10-12 Minuten stehen lassen, abgiessen.

Über den Tag verteilt 3-5 Tassen warmen oder kalten Tees trinken. Achten sie bitte auf einen zeitlichen Abstand von 1/2 Stunde bei gleichzeitiger Einnahme von Medikamenten.


Die Monografie der EMA/HMPC mit den vollständigen Informationen lässt sich unter diesem Link abrufen: Monografie Malva sylvestris flos

Inhaltsstoffe:

Flavonoide, Schleimstoffe, Malvin,

Wirkung:

reizlindernd

Gegenanzeigen:

Für Kinder und Jugendliche im Alter unter 12 Jahren ist die Verwendung von Malvenblüten nicht empfohlen.

Sollten die Symptome während der Behandlung mit Malvenblüten sich verschlimmern oder nach dem Zeitraum einer Woche weiterhin bestehen, wenden sie sich bitte an einen Arzt.

Bei Auftreten von Kurzatmigkeit, eitrigem Auswurf oder Fieber ist ärztlicher Rat dringend erforderlich.