Bertram – macht den Kopf frei

Hildegard von Bingen schätzte schon das Bertramkraut. Es ist eine anerkannte Heilpflanze zur Behandlung von Migräne.

Bertramkraut (Tanacetum parthenium)

Den Bertram schätzte die Heilkundige Hildegard von Bingen als Mittel zur Stärkung, das die Fäulnis vermindert und das gute Blut vermehrt. Sie preist seine gute Heilkraft, die sanfte Msichung von gemässigter und ziehmlich trockener Wärme. Im Menschen soll sie, ihrer Meinung nach, einen klaren Verstand bewirken.

Die Blüten und der Duft sind der Kamille sehr ähnlich, was ihm auch die Beinamen falsche Kamille oder Knopfkamille einbrachte. Das beste Unterscheidungsmerkmal ist die Form der wechselständigen Blätter am gerippten Stengel. Sie sind fiederblättrig und eiförmig. Auf lehmigen und närstoffreichen Böden fühlt sich die Pflanze wohl. In Bauerngärten wird sie gerne und oft als Schmuck- und Zierpflanze angebaut.

Eine der bekanntesten Bezeichnungen für den Bertram ist Mutterkraut. In der Vergangenheit wurde die Pflanze für die Linderung von typischen Frauenleiden eingesetzt. Vielfach wird er auch als Fieberkraut bezeichnet im Zusammenhang mit der kühlenden Wirkung des Krautes.

Ein pflanzliches Heilmittel bei starken Kopfschmerzen

Anerkannt als Arzneipflanze ist der Bertram wegen seiner Wirkung bei starken Kopfschmerzen und Migräne. Verwendung finden die Blätter. In pulverisierter Form werden sie üblicherweise verabreicht. Die tägliche Dosis beträgt 100 mg. In Apotheken erhältliches Bertrampulver verfügt über die ausreichende und kontrollierte Menge an pflanzlichen Wirkstoffen. Vor der Verwendung von Bertramkraut bei Migräne, sollten ärtzlicherseits ernsthafte Erkrankungen ausgeschlossen werden, die Kopfschmerzen verursachen. Langjährige Erfahrungen in der Anwendung führten zur Bestätigung als traditionelle Heilpflanze.

Auch seitens der ESCOP, dem europäischen Dachverband für Phytotherapie und Arzneipflanzenforschung, wird Bertram als vorbeugendes Mittel gegen Migräne empfohlen. Der Versuch kann durchaus lohnen. Wie bei allen pflanzlichen Heilmitteln, ist es davon abhängig, ob man darauf reagiert.

Die Monografie der EMA/HMPC ist unter folgendem Link einsehbar: Monografie Bertram Mutterkraut

Inhaltsstoffe:

Chrysanthenylacetat, Kampfer, Monoterpene, Sesquiterpene, Spirofurane

Wirkung:

temperatursenkend, kühlend, hemmend auf das Zellwachstum, entzündungshemmend

Gegenanzeigen:

Von der Verabreichung an Kinder und Jugendliche im Alter unter 18 Jahren wird abgeraten.

Bei Empfindlichkeit gegenüber Korbblütlergewächsen können allergische Reaktionen auftreten.

Sollten sich die Symptome während der Behandlung verschlimmern, ist die Konsultation eines Arztes angeraten.