Rosenblätter – eine duftende Arznei
Rose (Rosa gallica L., Rosa centifolia L., Rosa damascena Mill.,)
Rosen verkörpern das Sinnbild duftender Schönheit und Vollkommenheit. Kaum ein Garten kommt wohl ohne eine der zahlreichen Züchtungen aus. Wegen der dekorativen Vielfalt ihrer Blüten geniesst sie die Verehrung und Wertschätzungen der Gärtnerinnen und Gärtner. Vielen gilt sie als Sinnbild für die Liebe. Ihre Blütenblätter enthalten das Rosenöl – einen wertvollen Rohstoff für die Herstellung von Duftstoffen, Parfums, Seifen, Badezusätzen und Lebensmittel. In den vergangenen Epochen lag die Wertschätzung für Rosen mehr auf ihrer Blütenpracht und ihrem Duft. Dabei wird ihr heilendes Potenzial häufig übersehen. In der Signaturlehre ist sie die typische Vertreterin der Venuspflanzen. Mit ihnen werden Schönheit, Balance und Versöhnung assoziiert. Zu dieser Art von Pflanzen zählt auch die Rose. Hildegard von Bingen beschreibt die heilende Wirkung von Rosenblättern für die Augen und die Haut. Kaum ein Lehrbuch der Kräuterheilkunde weiss nichts über die Rosen zu berichten – vom Liebeszauber bis zur Aromatherapie.
Zwei Alte und die Junge
Rosenblätter der Sorten: Gallizische Rose, Hundertblättrige Rose und Damaszener Rose (Rosa gallica L., Rosa centifolia L., Rosa damascena Mill., flos) sind gleichermassen als traditionelles pflanzliches Arzneimittel anerkannt. In der Verwendung und den angegeben Indikationen werden sie nicht voneinander unterschieden.
Sowohl die Galica-Rosen und auch die Damaszener-Rosen sind bereits im Altertum bekannt gewesen und in den bekannten Lehrschriften aufgeführt. Bei der Hundertblättrigen Rose (Rosa centifolia L.) sind sich die Experten bezüglich ihres Alters nicht so sicher. Die Beschreibungen des Pilinius passen nicht zu den bekannten Eigenschaften. Genanalysen zeigten, dass es sich wohl um eine Züchtung aus dem wahrscheinlich 16. Jahrhundert handeln könnte. Gekreuzt wurden dafür Gallische Rose (Rosa gallica L.), Damaszener Rose (Rosa damascena Mill.), Hundsrose (Rosa canina L.) und der strauchigen Rosa moschata.

Rosa gallica
Galica-Rosen oder auch Essig-Rosen sind eine wilde Rosenart. Zu Hause ist sie in den lichten Laubwäldern Mittel- und Südeuropas. Bereits die Römer nutzten ihre Blütenblätter zur Herstellung des begehrten Rosenwassers.
Rosa centifolia
Augenfällig ist die mit unzähligen Blütenblättern gefüllte Blüte dieser Rosengruppe. Sie bildete die Grundlage für eine Vielzahl beliebter Züchtungen und ist es bis heute. Ihr Blütenbild ist so beeindruckend, dass sie sich beinahe als Standardmotiv in der holländischen Stillebenmalereien des 17. Jahrhunderts etablierte. Die Züchtungen der Zentifolien beeindrucken mit einem lieblichen Duft. Die Blütenblätter eignen sich zur Herstellung von Rosenwasser und Rosenöl und zur Verwendung als pflanzliches Heilmittel.


Rosa damascena
Die Damaszener-Rose ist eine intensiv duftende Schönheit aus Kleinasien mit knitterigen Blüten. Sie ist eine Strauchrose und zählt mit zu den ältesten Rosengruppen. Das begehrte Rosenöl wird aus ihren Blütenblättern verschiedener Züchtungen gewonnen.
Milde Hilfe bei leichten Entzündungen
Grundsätzlich sind Rosenblätter geeignet zur Herstellung von Teezubereitungen. Die Anwendungsgebiete umfassen den Mund und die Haut. Es kommen orale und auch topische Applikationen in Frage. Für die Einnahme von Zubereitungen mit Rosenblättern spricht die förderliche Wirkung bei der Heilung leichter Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut. Dabei kann die Teezubereitung getrunken oder damit gegurgelt werden. Die Inhaltsstoffe wirken adstringierend (zusammenziehend). Bei Irritationen der Haut oder leicht entzündlichen Prozessen können feuchte Auflagen mit Teeaufgüssen von Rosenblättern lindernd wirken. Sie sollen handwarm und nicht heiss sein. Anwendungen bis zu dreimal täglich werden empfohlen.
Übrigens, der angenehme Duft der Rosenblätter überträgt sich bei inneren und äusseren Anwendungen. In einigen Teerezepturen tauchen sie als Geschmackskorrigenz auf.

Alle Informationen der Monografie des EMA/HMPC können sie hier einsehen: Monografie Rosenblätter
Die Anerkennung von Rosenblättern als pflanzliches Arzneimittel zur Verwendung bei den beschriebenen Beschwerden basiert ausschliesslich auf den Erfahrungen in der langjährigen Anwendung. Verwendung finden die Blütenblätter der Sorten Rosa gallica L., Rosa centifolia L., Rosa damascena Mill..
Inhaltsstoffe:
Gerbstoffe, Gerbsäuren, Geraniol, Saponine, ätherische Öle
Wirkung:
adstringierend, nervenstärkend
Gegenanzeigen:
Für die Behandlung von Kindern im Alter unter 12 Jahren sind Rosenblätter nicht geeignet.
Die Dauer der Einnahme sollte 1 Woche bei den o.g. Symptomen nicht überschreiten. Suchen Sie bitte einen Arzt auf falls keine Besserung eintritt oder die Beschwerden sich verschlimmern.
