Der Zunge eines Hirsches ähnelt die Gestalt der Blätter des Hirschzungenfarns.
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Hirschzunge – das kühlende Farn

Hirschzungenfarn (Asplenium scolopendrium)

Die Blätter des Farns ähneln der Form und Grösse der Zunge eines tatsächlichen Hirsches. In Zeiten abgepackten und vorportionierten Fleisches ist die Vorstellungskraft leider abhanden gekommen. Nicht mehr präsent ist zudem die Verwendung des Hirschzungenfarns zu Heilzwecken. Obwohl das Farn in vielen Gärten und Parks als Rabattenschmuck verwendet wird, steht er in freier Natur unter Naturschutz.

Die Ingridienz des berühmten Hirschzungenweins

Laut Meinung der heiligen Hildegard von Bingen wirkt das Kraut der Hirschzunge auf Leber, Lunge und schmerzende Eingeweide. Sie beschreibt die auch heute noch zitierte ableitende Wirkung von Hirschzungenfarn. Er entferne, ihren Worten nach, innere Fäulnis und Schleim. Ihre Beschreibung ist die Grundlage für den in der sogenannten Hildegard-Medizin verwendeten Hirschzungenwein.

Noch heute findet sich die Auffassung, dass die bei der Behandlung mit Hirschzungenfarn beweckten Ausleitungen, positive Effekte auf die Milz haben. Die Milz galt schon seit dem Altertum für den Auslöser von Melancholie. Mit der Aufhebung der Störungen in der Milz erhofft man sich stimmungsaufhellende Effekte.

Das Interesse der Pflanzenmedizin am Hirschzungenfarn ist im Laufe der Jahrhunderte kontinuierlich geschwunden. So finden sich heute nur noch spärlich Informationen über seine Inhaltsstoffe und Wirkung finden.

Dem Hirschzungenfarn wurde bisher keine Monografie seitens der EMA/HMPC oder der Kommission E des BfArM gewidmet. Aus diesem Grund ordnen wir ihn nicht den Heilkräutern oder -pflanzen zu.

Inhaltsstoffe:

Cholin, Gerbstoffe, Schleimstoffe,

Wirkung:

adstringierend, schleimlösend, entzündungshemmend, fördert den Lymphabfluss

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