Zitronenverbene – die Missverstandene

Die Zitornenverbene wird häufig mit der Heilpflanze Verbena officinalis (Echtes Eisenkraut) verwechselt.

Zitronenverbene (Lippia citriodora)

Die Zitronenverbene ist ein typischer Verwechslungskandidat. Schon bei der lateinischen Bezeichnung gibt es verschiedene Zuordnungen. Statt der bekannten Bezeichnung Lippia citriodora wird sie mittlerweile in der aktuellen Nomenklatur unter Aloysia triphylla geführt. Dann gibt es noch die Verbena officinalis, die irgendwie mit ihr verwandt ist, halb so gut schmeckt, aber letztendlich das altbekannte Heilkraut ist. Jeder freut sich, wenn er sie im Garten hat, aber tatsächlich ist sie in Chile und Uruguay beheimatet.

Unsere französischen Nachbarn lieben die kleine strauchige Pflanze mit ihren länglichen nach Zitrone duftenden Blättern – die ‚Verveine odorante‘. Nicht nur, dass sie das Verbenen-Öl zur Herstellung von Kosmetika nutzen. Die Blätter selbst, wenn sie als Tee zubereitet werden, sind bei ihnen ganz offiziell mach dem „Pharmacopée française“ (Liste A) als «Traditionell verwendete Heilpflanze» eingestuft. Sie nutzen das Kraut der Zitronenverbene nicht nur für den kleinen Tee danach – nach dem Essen, sondern setzen ihn auch ganz gezielt zur Entspannung ein. Dass gute Düfte und Aromen, entspannen und die Seele aufhellen können, ist allbekannt. So ein kleines duftendes Kraut als Tee zubereitet kann ein schöner Lichtblick für den Tag oder Abend sein.

Der Zitronenverbene ist weder von der Kommission E des BfArM noch von der HMPC/EMA eine Monografie zugeordnet worden. Das schliesst nicht aus, dass sie gute Dienste leistet. Als Heilpflanze ist sie offiziell nicht anerkannt.

Die Tasse Verbenen-Tee nach getaner Arbeit hat das Potenzial zum Kultstatus. Das frische zitronige Aroma ohne Säure belebt und beruhigt zugleich. Ein frisch zubereiteter Verbenen-Tee benötigt auch keinen Zucker oder Süssstoff. Er ist somit ein kalorienfreies Erfrischungs- und Entspannungs-Getränk. Anregende Inhaltsstoffe sind bisher nicht identifiziert worden. Das Belebende und Entspannende scheint einzig und allein an den Aromen zu liegen.

Die Blätter können direkt vom Strauch gepflückt und aufgebrüht werden. Es lohnt allerdings auch, sich rechtzeitig einen Wintervorrat zuzulegen. Die Blätter können sohl frisch als auch im getrockneten Zustand verwendet werden. Zwar sollte die Zitronenverbene im Haus überwintern, ob sie dabei ihre Blätter behält und diese dann auch für einen Tee taugen, soll, kann an dieser Stelle nicht verlässlich gesagt werden.

Inhaltsstoffe:

Acteosid, ätherischen Öle:  Citral,  Monoterpene:  Carvon, Dipenten, Dipenten, Limonen, Linalool, Nerol

Wirkung:

verdauungsfördernd, appetitanregend

Gegenanzeigen:

keine Verwendung während der Schwangerschaft
Allergische Reaktionen sind möglich
Gefahr der Photosensibilisierung, Sonneneinstrahlung vermeiden