Die Linde hat herzförmige Blätter und fast schon gelbliche Blütenstände mit ihren propellerartigen Hochblättern.

Gefährliche Lindenblätter

Nach der germanischen Mythologie ist die Linde ein Baum der Liebenden, der Fruchtbarkeit und Wohlstand schenkt. Wie wir alle bereits wissen, in ihrem Schatten geschehen allerdings nicht nur vergnügliche Dinge.

Nehmen Sie sich vor herabfallenden Lindenblättern in acht! Besonders dann, falls Sie in Drachenblut baden. Das haben wir bereits im Literaturunterricht in der Oberstufe gelernt. Es war Siegfried, dem beim Bad im Blute des besiegten Drachens das torkelnde Lindenblatt in die Quere kam. Es haftete zwischen seinen Schultern, was das Benetzen der Hautstelle mit dem kostbaren Blute verhinderte. In der Folge fehlte die beabsichtigte Imprägnierung gegen Verletzungen aller Art an genau dieser Stelle. Später wurde das Siegfrieds Verhängnis, als ihn gerade dort ein Speer traf. Die Verletzung war tödlich.

Spektakuläre Todesfälle wurden bereits im alten Griechenland mit dem grünen Lindenbaum in Verbindung gebracht. So berichtet ein griechischer Mythos von einer unglücklichen Nymphe namens Filyra. Sie war die Mutter des Zentauren Cheiron. Er hatte die Gestalt eines Pferdes mit der Büste eines Mannes. Die Geburt dieses Wesens, was ihr Kind war, traumatisierte sie so sehr, dass sie die Götter um den Tod bat. Wem die Götter gnädig gestimmt sind, dem gewähren sie nicht den Tod, sondern schenken Leben in Form eines Baumes. Auch der armen Nymphe wurde ihr Todeswunsch nur teilweise gewährt, indem sie die Gottheiten in eine Linde verwandelten.

Ähnliche Beiträge

  • Schöllkraut rehabilitiert!

    Beinahe unbemerkt gewinnt in diesen Tagen das zu Unrecht geschmähte Schöllkraut seine wohlverdiente Anerkennung zurück. Ganz und gar königlich in Szene gesetzt wurde es während der ersten Tage des Monats Mai. Als goldenes Blüten-Ornament schmückte das Schöllkraut vereint mit stilisierten Gänseblümchen, Acker-Gauchheil und Vergissmeinnicht das weisse Seidenkleid, das Königin Camilla zu ihrer und Charles III….

  • Schlaffes Liebstöckel

    Grüne Wedel statt blauer Pille? Erstaunt reagierte der Berliner Heilpraktiker Hannes A., als ein Klient sein bereits gezahltes Honorar zurückforderte. Tage zuvor hatte er ihm unter anderem zu Liebstöckel (Levisticum Officinale) für die Stärkung seiner Libido geraten. Erektionen durch Wunschdenken Weil das Liebstöckel als Aphrodisiakum allerdings keine Wirkung zeigte, recherchierte der Klient und wurde fündig….

  • Blume rettet Sonntagspredigt

    Ein Zweig vom Marienblatt bewahrte Kirchgänger am Sonntag vor dem Ärgsten. Die Blätter des recht harmlos aussehenden Marienblatts verströmen eine Duft, der als minzig und ebenfalls kampferartig beschrieben wird. Trickreiche Gottesdienstbesucher nutzten frischgepflückte Zweige des Marienblattes als Lesezeichen im Gesangsbuch. Ihr Duft wird in der Regel als angenehm erfrischend wahrgenommen. Kommt allerdings die Nase den…

  • Einen Schlüssel zum Himmel?

    Wie die Primeln zu ihrem schönen Namen kamen. Wer kennt sie nicht die kleinen gelben Frühblüher, die im Sprachgebrauch Schlüsselblumen oder Himmelsschlüssel genannt werden? Gemeint sind die beiden wildlebenden Primel-Arten: die Gemeine Schlüsselblume (Primula veris) und die Hohe Schlüsselblume (Primula elatior). Auf den ersten Blick ähneln weder ihre Blüten, Blätter noch Gestalt einem Schlüssel. „Petrus…

  • Was Hildegard tatsächlich über den Dinkel sagte

    Dinkelkekse, Dinkelbrot, Dinkelnudeln, Dinkelbier sind in aller Munde. Dinkel gilt als die gesunde Alternative zum Weizen. Vor allem Menschen mit Verdauungsstörungen bevorzugen Backwaren aus dem Mehl des Dinkelkorns. Als Auslöser hinter diesen vermeintlichen Verdauungsstörungen wird oft das Klebeeiweiss Gluten vermutet. Tatsächlich ist im Dinkel wesentlich weniger Gluten als im Weizen enthalten. Wer bäckt, kann dies…