Die Linde hat herzförmige Blätter und fast schon gelbliche Blütenstände mit ihren propellerartigen Hochblättern.

Gefährliche Lindenblätter

Nach der germanischen Mythologie ist die Linde ein Baum der Liebenden, der Fruchtbarkeit und Wohlstand schenkt. Wie wir alle bereits wissen, in ihrem Schatten geschehen allerdings nicht nur vergnügliche Dinge.

Nehmen Sie sich vor herabfallenden Lindenblättern in acht! Besonders dann, falls Sie in Drachenblut baden. Das haben wir bereits im Literaturunterricht in der Oberstufe gelernt. Es war Siegfried, dem beim Bad im Blute des besiegten Drachens das torkelnde Lindenblatt in die Quere kam. Es haftete zwischen seinen Schultern, was das Benetzen der Hautstelle mit dem kostbaren Blute verhinderte. In der Folge fehlte die beabsichtigte Imprägnierung gegen Verletzungen aller Art an genau dieser Stelle. Später wurde das Siegfrieds Verhängnis, als ihn gerade dort ein Speer traf. Die Verletzung war tödlich.

Spektakuläre Todesfälle wurden bereits im alten Griechenland mit dem grünen Lindenbaum in Verbindung gebracht. So berichtet ein griechischer Mythos von einer unglücklichen Nymphe namens Filyra. Sie war die Mutter des Zentauren Cheiron. Er hatte die Gestalt eines Pferdes mit der Büste eines Mannes. Die Geburt dieses Wesens, was ihr Kind war, traumatisierte sie so sehr, dass sie die Götter um den Tod bat. Wem die Götter gnädig gestimmt sind, dem gewähren sie nicht den Tod, sondern schenken Leben in Form eines Baumes. Auch der armen Nymphe wurde ihr Todeswunsch nur teilweise gewährt, indem sie die Gottheiten in eine Linde verwandelten.

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