Zur Walpurgisnacht durch einen Kranz mit Gundelreben geschaut, entlarvt Hexen. Garantiert!

Kranz der Wahrheit

Der Blick durch einen aus Gundelreben gewundenen Kranz entlarvt Hexen.

Ein Kranz geflochten aus Gundelreben soll zur Walpurgisnacht die Fähigkeit besitzen, Hexen sichtbar zu machen. Der Blick hindurch auf das fragliche Mädchen soll der Überlieferung nach das Rätsel um die Person lösen. So oder ähnlich lautet eine der zahlreichen Geschichten, die über die Gundelrebe (Glechoma hederacea) erzählt werden. Wahrscheinlich nicht nur um Neugierigen die Mühe zu ersparen, schmückten Mädchen sich in der Vergangenheit oft mit Kränzen blühender Gundelreben.

In der letzten Nacht des Monats April pilgern die Hexen zum Brocken hinauf, um den höchsten Berg des Harzes mit ihren Tänzen von Schnee und Eis zu befreien. Das besagt eine der zahlreichen Legenden um die Walpurgisnacht. Auch abseits und unterhalb des norddeutschen Mittelgebirges ist traditionell in dieser Nacht viel los. Jede Region hat da ihre eignen Bräuche. Gefeiert wird fast überall und getanzt in den Wonnemonat Mai.

Weshalb nun ausgerechnet dem Gundermann oder der Gundelrebe magische Kräfte zugesprochen werden, bleibt wohl eher im Dunkeln. Eigentlich ist die Gundelrebe ein ganz harmloses Pflänzchen mit einem merkwürdig würzigen Aroma und hübschen violetten Blüten. In einem Punkt sind sich alle einig, die daran glauben: in der Gundelrebe lebt ein guter Pflanzengeist!

Gundelreben oder Gundermann geflochten zu einem Kranz soll vor bösem Zauber schützen.

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