Kriechender Günsel im De Hortus von Amsterdam
| |

Kriechender Günsel – der Frischemelder

Kriechender Günsel (Ajuga reptans)

Die kleine blaublühende Staude begegnet uns häufig bei Spaziergängen an Feldrändern. Sie bevorzugt lehmige, mullige und vor allem nährstoffreichen Böden und gilt als Frische- und Nährstoffanzeiger. Als Zierpflanze wird er zuweilen auch als Bodendecker in Gärten angebaut.

Bis ins 16. Jahrhundert war der kriechende Günsel als Heilpflanze ausführlich beschrieben und bekannt. Danach verliert sich die Spur. In einigen Kräuterverzeichnissen werden das Kraut und die gesamte aufblühende Pflanze als Mittel bei Mund- und Kehlkopfentzündungen, sowie bei Galle- und Leberbeschwerden geführt. Die Quellenlage zu den Wirkungen und Anwendungsgebieten ist nicht einheitlich.

Wirkungen und Anwendungsgebiete sind nicht in den Monografien der Kommision E, der ESCOP und der EMA erwähnt.

Inhaltsstoffe:

ätherische Öle, Ajugol, Aucubin, Harpagid, Delphinidin, Gerbsäure

Wirkung: 

antibakteriell,  entzündungshemmend, harntreibend

Ähnliche Beiträge

  • Besser Schlafen mit Mutterkraut?

    Auf die innere Uhr hören? Forscher der Mashhad University of Medical Sciences sind bei ihren Untersuchungen auf schlaffördernde Eigenschaften des Mutterkraut (Tanacetum parthenium) gestossen. Sie untersuchten die Wirkung von Mutterkraut-Extrakten an Mäusen und stellten fest, sie schliefen einfach länger. Was bisher am Tiermodell beobachtet wurde, könnte für uns Menschen kurz- oder langfristig von grosser Bedeutung…

  • Maria Himmelfahrt – traditionelles Fest mit Kräutersegnungen

    Am 15. August zum Höhepunkt des Sommers feiern die Katholiken das Fest Maria Himmelfahrt Der besonders in der katholischen Kirche verankerten Marienverehrung ist das Hochfest der „Aufnahme Mariens in den Himmel“ gewidmet. Gedacht wird an diesem Tag ihres Sterbens mit einem frohen Fest. Dem Dunklen und Traurigen werden Fröhlichkeit und Farben entgegengesetzt. Das ist die…

  • Nicht alles heilt, was blüht!

    kleines Immergrün (Vinca minor) – beliebte Schmuckpflanze in Vorgärten Lavendelblaue Blüten auf glänzendem tiefgrünen bodendeckenden Blattwerk erfreuen in diesen Tagen unsere Blicke. Das kleine Immergrün ist ein recht verbreiteter und beliebter Schmuck in Vorgärten, Parks und zuweilen auch auf Friedhöfen. Bekannt ist die Pflanze auch unter dem Namen Hundsgift. Diese Bezeichnung sollte uns aufmerken lassen und…

  • Heute schon einen Barbarazweig gepflückt?

    Eine uralte Tradition und ein blumiges Weihnachtsorakel Glück im neuen Jahr verheissen die am Barabartag geschnittenen Zweige, wenn sie am Weihnachtstag blühen! Mancherorts wird das rechtzeitige Aufblühen der Knospen mit einem wahrscheinlichen Geldsegen im folgenden Jahr verbunden. Die Zweige von Obstbäumen z. B. Kirsche oder Zierquitte und Forsythienbüschen eignen sich dafür. Sie werden am 4….

  • |

    Rainfarn – mit dem Blick nach Süden

    Rainfarn (Tanacetum vulgare L.) Die gelben Blüten des Rainfarns richten sich bei Sonnenlicht in Richtung Süden aus. Nicht nur Pfadfindern ist es deshalb als Kompasspflanze bekannt. Der Rainfarn zählt zu der Familie der Korbblüher. Weitere geläufige Namen für die Pflanze mit den stark riechenden Blüten sind Knöpfchen massgeblich wegen der Form ihrer Blüten, und Wurmkraut aufgrund iherer…

  • |

    Goldmohn – der eingereiste Kalifornier

    Goldmohn (Eschscholzia californica) Wahrscheinlich wurde jeder im Laufe seines Lebens schon einmal mehr oder weniger liebevoll Schlafmützchen genannt. Das ist kein Grund, das als Schmähung eines langen guten Schlafes zu sehen. Vielmehr ist damit die leuchtend goldgelbe Blüte des Kalifornischen Mohns gemeint. Kappenmohn, Kalifornischer Mohn oder Schlafmützchen sind weitere Namensvarianten des gelbblütigen Artverwandten aus Übersee….