Kriechender Günsel im De Hortus von Amsterdam
| |

Kriechender Günsel – der Frischemelder

Kriechender Günsel (Ajuga reptans)

Die kleine blaublühende Staude begegnet uns häufig bei Spaziergängen an Feldrändern. Sie bevorzugt lehmige, mullige und vor allem nährstoffreichen Böden und gilt als Frische- und Nährstoffanzeiger. Als Zierpflanze wird er zuweilen auch als Bodendecker in Gärten angebaut.

Bis ins 16. Jahrhundert war der kriechende Günsel als Heilpflanze ausführlich beschrieben und bekannt. Danach verliert sich die Spur. In einigen Kräuterverzeichnissen werden das Kraut und die gesamte aufblühende Pflanze als Mittel bei Mund- und Kehlkopfentzündungen, sowie bei Galle- und Leberbeschwerden geführt. Die Quellenlage zu den Wirkungen und Anwendungsgebieten ist nicht einheitlich.

Wirkungen und Anwendungsgebiete sind nicht in den Monografien der Kommision E, der ESCOP und der EMA erwähnt.

Inhaltsstoffe:

ätherische Öle, Ajugol, Aucubin, Harpagid, Delphinidin, Gerbsäure

Wirkung: 

antibakteriell,  entzündungshemmend, harntreibend

Ähnliche Beiträge

  • Schmerzen – reine Nervensache?

    ‘The reign of pain is mostly in the brain.’  Das obige Zitat entstammt dem weltbekannten Muscial “My Fair Lady”. Den meisten wird allerdings das Wortspiels bezüglich der Farbe Grün in lebhafter Erinnerung geblieben sein. Die englische Originalfassung enthält den bemerkenswerten Satz aus unserer Überschrift. Allerdings bleibt dem zuzufügen: Schmerzen sind weit mehr als reine Kopfsache! In…

  • |

    Hirschzunge – das kühlende Farn

    Hirschzungenfarn (Asplenium scolopendrium) Die Blätter des Farns ähneln der Form und Grösse der Zunge eines tatsächlichen Hirsches. In Zeiten abgepackten und vorportionierten Fleisches ist die Vorstellungskraft leider abhanden gekommen. Nicht mehr präsent ist zudem die Verwendung des Hirschzungenfarns zu Heilzwecken. Obwohl das Farn in vielen Gärten und Parks als Rabattenschmuck verwendet wird, steht er in…

  • |

    Grindelia – die Ausländerin

    Grindelia (Grindelia squarrosa) Die Grindelia ist keine einheimische europäsiche Pflanze. Sie stammt ursprünglich aus den amerikanischen und kanadischen Rocky Mountains. Das Kraut des gelben Korbblütlers wird importiert und zum grossen Teil über Apotheken vertrieben bzw. in pharmazeutischen Produkten verarbeitet. Die kleine Pflanze ist bemerkenswert, weil bereits die amerikanischen Ureinwohner ihre Heilwirkung kannten und sie als…

  • Artemisia und ihre Schwestern

    Vom Wermut und anderen aromatischen Kräutern Eines der bekanntesten Anbaugebiete für Wermutkraut (Absinthii herba) liegt im französisch-schweizerischen Grenzgebiet des Val de Traverse. Für die Absinthkräuter herrschen im Haut-Doubs ideale Bedingungen. Die Pflanzen lieben flachgründige Böden, kontinentales Klima und Höhenlagen. Der Wermut (Artemisia absinthium L.) wird seit alters her rings um Neuchâtel angebaut. Die Bewohner behaupten…

  • Über die rätselhafte Karde

    Ist die Wilde Karde ein wirksames Mittel gegen die gefürchtete Borreliose? Vom äusseren Erscheinungsbild der Wilden Karde (Dipsacus fullonum L.) liesse sich fälschlicherweise auf eine Distelart schliessen. Ihre langen stachelbewehrten Stängel und Blätter und die eiförmigen Blütenstände mit markanten schmalen Hüllblättern vermitteln diese Anmutung. Die Wilde Karde (Dipsacus fullonum L.; Dipsacus sylvestris Huds.) gehört botanisch zur Familie der Geissblattgewächse…

  • Geschenke des Orients

    Die würzigen Klassiker des Nahen und Fernen Ostens Kräuter und Gewürze sind wahre Schätze! Vieles, was heute ganz selbstverständlich in den Verkaufsregalen liegt, war lange Zeit für die Normalsterblichen unerschwingliche Luxusgüter. Um den Handel mit ihnen zu kontrollieren, wurden sogar Kriege geführt. Kaufmannsfamilien erwarben mit ihnen Reichtum und Macht. Ältere Menschen kennen noch den Begriff…