Edelweiss – das Kapriziöse aus den Alpen

Der Schatz der Alpen ist kapriziös wie keine andere Blume.

Edelweiss (Leontopodium nivale

Kaum ein Blümlein vereint soviel Gegensätze in sich wie das Edelweiss. Der Geliebten gepflückt, gilt es als der ultimative Liebesbeweis. Allerdings verbietet das sinnigerweise der Naturschutz. Was wir als Blüten wahrnehmen sind tatsächlich nur Blätter. Die richtigen Blüten sitzen in kleinen Körbchen in der Mitte des weissen Sterns. Bekannt ist es auch unter dem Namen Bauchwehblümerl, aber die Anerkennung als Heilpflanze wurde ihm bisher verwehrt. Interessant findet die kosmetische Industrie seine Inhaltsstoffe, aber diese entwickelt es nur in ausreichender Konzentration in alpinen Höhen ab 1.000 Metern Seehöhe, wo lediglich geringe Anbauflächen zur Verfügung stehen. Man sucht es an felsigen Vorsprüngen. Tatsächlich fühlt es sich auch auf alpinem Rasenstücken wohl. Es gilt als Zeichen des Naturschutzes. Als Naturprodukt vermarktet wiegt allerdings die umweltschädliche Plastik-Verpackung gerne mehr als der Inhalt. Bis in den Winter hinein leuchten die weissen Blütensterne, während die winzigen Blütenkörbchen nur von Juli bis September ihre Reife haben.

Ein besonderer Schutz für die Haut?

Von besonderem Interesse aus pharmazeutischer Sicht sind die Fähigkeiten der sogenannten Edelweiss-Säuren. Sie sollen in der Lage sein, die freien Radikale zu binden und somit einen besseren Schutz der Haut vor schädlichen UV-Strahlen zu bieten. Allerdings findet der effektivste Sonnenschutz an der Oberfläche des Edelweisses statt. Die Struktur der feinen kleinen Haare ist gleichmässig und parallel angeordnet. Laut Berechnungen ist die Anordnung der Struktur genauso, dass sie die Eigenschaft besitzt das fürs Edelweiss gefährliche Lichtspektrum rauszufiltern. Hinzu kommen die kleinen zwischen den Härchen gebundenen mikroskopisch feinen Wassertröpchen, die das auftreffenede Licht spalten und streuen.

Ein neuer Schutz für die inneren Organe?

Aufhorchend liessen in den letzten Jahren Studien zum Leoligin einem in den Wurzeln des Edelweisses vorkommenden Stoffes. Man beobachtete, dass die Gabe von Leoligin den Abbau und die Ausscheidung von Cholesterin beschleunigt. Für die Behandlung der Volkskrankheit Arteriosklerose ist das von Bedeutung. Cholesterin im Blut setzt sich an defekten Gefässstellen fest und sammelt sich dort. Das führt zur Verstopfung des Blutgefässes und zu einer weiteren fortgesetzten Schädigung der Gefässwand. Arteriosklerose betrifft nicht nur die Blutgefässe in den Extremitäten sondern vor allem auch die lebenswichtigen Organe wie Herz und Lunge. Gelingt es den Cholesterinspiegel mit Hilfe von Leoligin zu senken, sinkt gleichzeitig das Risiko von Arteriosklerose und deren Folgeerkrankungen. Das klingt alles sehr erfolgversprechend und befindet sich noch in der Erforschung.

Lasst das Edelweiss leuchten!

Die Zukunft wird zeigen, ob das hübsche kleine Ding als Falten-, Sonnen- oder Cholesterin-Killer taugt. Bis dahin lasst es bitte in der freien Natur stehen. Es hat nichts am Hut, im Sammlerkorb oder Hemd verloren. Es sei den in gestickter Form! Übrigens lässt sich Edelweiss auch ganz leicht in den alltäglichen Niederungen sammeln. Es prangt auf der 2-Cent-Münze der österreichischen Notenbank.

Als Heilpflanze ist das Edelweiss bisher weder durch die EMA/HMPC, die Kommission E des BfArM anerkannt. Seitens der ESCOP existiert keine Monografie der bekannten Alpenpflanze.

Inhaltsstoffe:

Flavonoide, Tannine, Edelweiss-Säuren, Leoligin, Antioxidantien

Wirkung:

freie Radikale bindend, antioxydant, antimykotisch, gefässverengend

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