Leckere süsse Früchte des Maulbeerbaums, dessen Blätter Seidenspinnerraupen schmecken.
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Maulbeerbaum – der mit den kleinen Früchten

Maulbeerbaum (Morus)

Sein Astwerk ist ein hervorragender Schattenspender vor allem in älteren Parks. Der Maulbeerbaum ist kein einheimisches Gewächs. Wegen seiner Blätter wurden die weissen und schwarzen Maulbeerbäume aus Asien importiert. Zur Seidengewinnung benötigten die wertvollen Seidenspinnerraupen Futter, was die Blätter der weissen Maulbeere (Morus alba) lieferten. Die Chinesen sahen es nicht gerne, dass beide, die Raupen und die Bäume, ihren Weg nach Europa fanden und damit ein Monopol brachen. Die schwarze Maulbeere fand ihren Weg in unsere Breiten aus dem südwestasiatischen Raum. Die Unterscheidung zwischen den beiden kugelig wachsenden und zuweilen knorrigen Bäumen ist ganz einfach – anhand der Farbe der Früchte.

Die Blätter ein Mittel gegen Gift

Hildegard von Bingen kannte den Maulbeerbaum, seine Früchte und Blätter. Von letzterem war sie angetan. Sie sah in den Blättern ein vorzügliches Mittel gegen Vergiftungen. Die mit Wein und Wermutsaft vermischten Blätter ergeben laut ihrer Rezeptur ein wirksames Emetikum. Bekanntlich ist Erbrechen oftmals die erste und effektivste Massnahme bei Vergiftungen.

Die Früchte gegen Rachenleiden

Beliebter als die Blätter waren die Früchte in der Ärzteschule von Salerno. Sowohl Schüler als auch Ärzte und Lehrer favorisierten ganz klar die schwarzen Maulbeeren. Ihrer Auffassung nach haben die Früchte eine leicht adstringierende Wirkung und sind in der Lage, „Säfte aufzulösen, zu verzehren und zu reinigen.“

Saft aus Maulbeerfrüchten verwendeten sie bei Indikationen wie, Heiserkeit, Zahnfäule sowie Geschwülsten im Mund- und Rachenraum.

Fröhliches Naschwerk

An einem heissen Sommertag die brombeerförmigen Früchte vom Baum sammeln und direkt im Mund verschwinden lassen ist ein Vergnügen, was Jung und Alt antreibt. Süss sind die Früchte mit einem leicht rosigen Geschmack. Manch einem fehlt die fruchtige Säure einheimischer Früchte. Es sind nicht die typischen Obstbäume, die noch vor der Fruchtreife gerne geplündert werden. Als Parkbäume verlangen sie schon Vorkenntnisse, um an ihr süsses Geheimnis zu kommen. Wem das zu mühselig ist, kann die Früchte auch bei persischen Lebensmittelhändlern erwerben. Sie sind dann meist schon getrocknet und fertig in kleine Plastikboxen verpackt.

Gesunde Kost?

Tatsächlich scheinen die Früchte reich an Antioxidantien zu sein, und die Blätter über für die pharmazeutische Industrie interessante Kumarinverbindungen zu verfügen. Die aktuellen Forschungsergebnisse jedenfalls zeigen in diese Richtung. In der TCM ist der Maulbeerbaum kein Unbekannter.

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