Typisch sind neben der Blattform die vier weissen Blütenblättchen der Knoblauchsrauke.

Knoblauchsrauke – aus dem Unterholz

Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata)

Böse Münder behaupten, Bienen würden die Knoblauchsrauke meiden, weil sie sonst Mundgeruch bekämen. Dem ist wahrscheinlich nicht so. Dennoch verströmt die Knoblauchsrauke einen ihr typischen an die geruchsstarken Knollen erinnernden Geruch. Manche lieben das Aroma. In der englischen Küche gibt es Rezepte, die auf ihre Verwendung zurückgreifen. Das sollte uns stutzig machen. Propagiert wird die Knoblauchsrauke seit Neuestem als Zutat für die gesunde Küche. Hier entscheidet am Ende der ganz individuelle Geschmack.

Sie wächst fast überall. Mancher hat sie als Unkraut im Garten. Häufig findet man sie im Unterholz von Laubwäldern und unter hohen Bäumen. Sie hat es gerne feucht und ein wenig schattig.

Im Unterholz fühlt sich die Knoblauchrauke wohl.
Im Unterholz fühlt sich die Knoblauchrauke wohl.

Einen zusätzlichen gesundheitlichen Nutzen kann die Aufnahme von Knoblauchsrauke nicht bewirken. Social Media Redakteurinnen und Heilpraktiker behaupten gerne das Gegenteil. Sie dürfen das, denn sie verdienen ihr Geld damit. Die Knoblauchsrauke ist ein Küchenkraut, dessen Verwendung dem persönlichen Gusto obliegt. Übrigens kennt man sie auch in den südlichen Ländern und hat in der Küche Verwendung für sie.

Frische Rauke in Bündeln auf dem Markt in Catania angeboten.
Das Bild zeigt keine Knoblauchsrauke. Unsere Leserin Sonja G. vermutet, dass es sich um Sprossenbrokkoli oder eine andere Raukenart handelt.

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