Typisch sind neben der Blattform die vier weissen Blütenblättchen der Knoblauchsrauke.

Knoblauchsrauke – aus dem Unterholz

Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata)

Böse Münder behaupten, Bienen würden die Knoblauchsrauke meiden, weil sie sonst Mundgeruch bekämen. Dem ist wahrscheinlich nicht so. Dennoch verströmt die Knoblauchsrauke einen ihr typischen an die geruchsstarken Knollen erinnernden Geruch. Manche lieben das Aroma. In der englischen Küche gibt es Rezepte, die auf ihre Verwendung zurückgreifen. Das sollte uns stutzig machen. Propagiert wird die Knoblauchsrauke seit Neuestem als Zutat für die gesunde Küche. Hier entscheidet am Ende der ganz individuelle Geschmack.

Sie wächst fast überall. Mancher hat sie als Unkraut im Garten. Häufig findet man sie im Unterholz von Laubwäldern und unter hohen Bäumen. Sie hat es gerne feucht und ein wenig schattig.

Im Unterholz fühlt sich die Knoblauchrauke wohl.
Im Unterholz fühlt sich die Knoblauchrauke wohl.

Einen zusätzlichen gesundheitlichen Nutzen kann die Aufnahme von Knoblauchsrauke nicht bewirken. Social Media Redakteurinnen und Heilpraktiker behaupten gerne das Gegenteil. Sie dürfen das, denn sie verdienen ihr Geld damit. Die Knoblauchsrauke ist ein Küchenkraut, dessen Verwendung dem persönlichen Gusto obliegt. Übrigens kennt man sie auch in den südlichen Ländern und hat in der Küche Verwendung für sie.

Frische Rauke in Bündeln auf dem Markt in Catania angeboten.
Das Bild zeigt keine Knoblauchsrauke. Unsere Leserin Sonja G. vermutet, dass es sich um Sprossenbrokkoli oder eine andere Raukenart handelt.

Ähnliche Beiträge

  • Besser Schlafen mit Mutterkraut?

    Auf die innere Uhr hören? Forscher der Mashhad University of Medical Sciences sind bei ihren Untersuchungen auf schlaffördernde Eigenschaften des Mutterkraut (Tanacetum parthenium) gestossen. Sie untersuchten die Wirkung von Mutterkraut-Extrakten an Mäusen und stellten fest, sie schliefen einfach länger. Was bisher am Tiermodell beobachtet wurde, könnte für uns Menschen kurz- oder langfristig von grosser Bedeutung…

  • |

    Stechender Mäusedorn – der Venenhelfer

    Stechender Mäusedorn (Ruscus aculeatus) Der Mäusedorn ist in unseren Regionen eine relativ unbekannte und unbedeutende Wildpflanze. Das könnte sich demnächst ändern. Jüngst hat die Europäische Arzneimittel Agentur EMA den Mäusedorn als traditionelles pflanzliches Arzneimittel zur Linderung von Beschwerden infolge venöser Durchblutungsstörungen, die sich als sogenannte schwere Beine äußern, anerkannt.  Vor einem sorglosen Umgang mit Mäusedorn…

  • Kerniges Rätselraten ums Wasserlassen

    Spielt ein bisher unbeachteter Inhaltsstoff eine Rolle für die Wirksamkeit von Kürbiskernen? Uneinigkeit wie sonst nur bei der Bewertung aktueller Fussballergebnisse herrscht bei den Herren mit einer gutartig vergrösserten Prostata. Die einen schätzen die sanfte Wirkung von Kürbiskernen und daraus gewonnenen Extrakten. Andere wiederum ….

  • Bitterkräuter kurbeln Verdauung an

    Als Amara werden Pflanzen bezeichnet, deren Bitterstoffe eine positive Wirkung auf das Wohlbefinden haben. Meist steht bei der Verwendung dieser Pflanzen und Kräuter die verdauungsfördernden Effekte ihrer Bitterstoffe im Vordergrund. Wobei ihre Wirkung auf die Verdauungsorgane recht vielfältig und unterschiedlich ausfallen kann. Meist bewirken die Bitterstoffe eine vermehrte Ausschüttung von Verdauungssekreten und stimulieren zugleich die…

  • Mariendistel bei Fettleber?

    Ist Silymarin der Stoff für die Zukunft? Silymarin heisst der Zauberstoff, der bei einer nichtalkoholischen Fettleber (NAFLD), den Prozess stoppen bzw. revidieren könnte. Bei der nichtalkoholischen Fettleber handelt es sich scheinbar um eine Alterserscheinung der westlichen Wohlstandsgesellschaft. Nicht der Alkohol, sondern erhöhte Blutfettwerte und Übergewicht korrespondieren dann mit den Fettablagerungen in der Leber. Nicht selten…

  • Mimikry mit Kamillentee

    Beinahe namensgleich wurden zwei wissenschaftliche Studien zur Kamille im letzten Quartal des Jahres 2022 veröffentlicht. Auffällig sind nicht nur allein die zufällig ähnlichen Aufgabenstellungen, auch die Systematik in der Aufbereitung lässt aufmerken.  Kaum zu glauben aber wahr. Die Tradition des Abschreibens und Plagiierens in der Wissenschaft hat trotz zahlreicher und wirkungsvoller Check-Tools nicht an Lebendigkeit…