Die filigranen Blüten des Schwarzkümmels sind bewundernswert.
|

Echter Schwarzkümmel

Echter Schwarzkümmel (Nigella sativa)

In Ägypten soll der Schwarzkümmel zu Hause sein und demnach dort am Besten wachsen. Angebaut wird er im gesamten Mittelmeerraum. Es handelt sich um ein einjähriges Kraut mit sternförmigen Blüten. Von Interesse sind die kleinen schwarzen Samen. Beim Zerbeissen der Samenkörner entwickelt sich ein ganz typisches nussiges Aroma auf der Zunge. Aus den Samen wird das Schwarzkümmel-Öl gepresst, was im Ruf steht bei allergischen Reaktionen gute Dienste zu leisten.

Schwarzkümmel im Umschlag auf die Stirn ist ein gutes Mittel gegen Kopfschmerzen.“

Dioskurides, De Materia Medica

Die pharmakologischen Wirkungen des Schwarzkümmels werden aktuell in den Fähigkeiten subsummiert, oxidativen Stress und Entzündungen zu dämpfen, das Immunsystem anzuregen, den Zellstoffwechsel und Energiestoffwechsel zu fördern. Es scheint, dass Schwarzkümmel therapeutische Wirkungsoptionen für Erkrankungen der Nieren, der Leber, des Herzens und der Atemwege, sowie des diabetischen Stoffwechsels und bei neurologischen Störungen besitzt. Darüber hinaus ist bekannt, dass Schwarzkümmel verschiedene Toxizitäten von arzneimittelinduzierten Nebenwirkungen mildern kann. Trotz erheblicher Fortschritte in der Erforschung der pharmakologischen Wirkungen liegen die klinischen Anwendungen noch in weiter Ferne.

Vom festen schwarzen und wohlriechenden Samen, der ins Brot geknetet wird, berichtete Dioskurides im Zusammenhang mit Schwarzkümmel. Bereits zu seiner Zeit war das Öl des Schwarzkümmels beinahe ein Allheilmittel.

Schwarzkümmel ist ein beliebtes Gewürz für arabisches Fladenbrot.

Inhaltsstoffe:

ätherisches Öl, fettes Öl, Thymochinon, Carvacrol, 4-Terpineol, α-Pinene, Thymol, t-Anethol, Thymohydroquinone (THQ), Dithymoquinone, P-Cymene, Sesquiterpene, Longifolene, Phytosterole, Alkaloide, Polyphenole, Tocopherole,

Wirkung:

anti-entzündlich, anti-oxidativ, anti-bakteriell, immun-modulatorisch

Schwarzkümmel ist ein beliebtes Gewürz und ein wunderbarer Schmuck in den Rabatten.
Blüten und Früchte des Schwarzkümmels
Quellen:

Hannan MA, Rahman MA, Sohag AAM, Uddin MJ, Dash R, Sikder MH, Rahman MS, Timalsina B, Munni YA, Sarker PP, Alam M, Mohibbullah M, Haque MN, Jahan I, Hossain MT, Afrin T, Rahman MM, Tahjib-Ul-Arif M, Mitra S, Oktaviani DF, Khan MK, Choi HJ, Moon IS, Kim B. Black Cumin (Nigella sativa L.): A Comprehensive Review on Phytochemistry, Health Benefits, Molecular Pharmacology, and Safety. Nutrients. 2021; 13(6):1784. https://doi.org/10.3390/nu13061784

Chrubasik, Sigrun; Schwarzkümmel (Nigella sativum);https://www.uniklinik-freiburg.de/fileadmin/mediapool/08_institute/rechtsmedizin/pdf/Addenda/Schwarzkümmel.pdf; 2019

Ähnliche Beiträge

  • Alles so schön bunt hier!

    Diese Drogen machen das Leben schöner! Zuerst schulden wir unseren Leserinnen und Lesern eine Begriffsklärung. Bei Drogen handelt es sich im ursprünglichen Sinne um pflanzliche, mineralische oder tierische Rohstoffe, die zur Herstellung von Heil- und Arzneimitteln, Gewürz- und Riechstoffen oder als Geschmackskorrigenz sich eignen. So jedenfalls definieren es die medizinischen und pharmazeutischen Kompendien. Vermutlich leitet…

  • |

    Lein – der Problemlöser

    Lein (Linum usitatissimum L.) Leinsamen wird stets in Verbindung mir gesunder Ernährung erwähnt. Tatsächlich sind die Früchte des Leins hilfreich bei Verstopfungen und Darmträgheit. Zu einem sind sie Träger eines in letzter Zeit wenig wertgeschätzten Öls, das reich an Omega-3-Fettsäure und ungesättigten Fettsäuren ist. Zum anderen besitzen die Leinsamen hervorragende Quelleigenschaften und setzen dabei Schleimstoffe frei. Das…

  • |

    Gamander – blühender Halbstrauch

    Edel-Gamander (Teucrium chamaedrys) Der Gamander ist im Allgemeinen als Heilpflanze in Vergessenheit geraten. Als zierende Gartenstaude ist er nach wie vor gefragt. Nachforschungen in den Literatur ergeben ein unklares Bild über seine Heilwirkungen. Die Beschreibungen sind vielfältig, aber in den wenigsten Fällen sind sie deckungsgleich. Nur in einem Punkt sind sich die Quellen einig: die…

  • Leberblümchen – was für ein Name

    Leberblümchen (Hepatica nobilis) Wie der Name schon sagt, ist der an sonnigen Plätzen gedeihende Frühblüher ganz eng mit dem lebenswichtigen Organ Leber verbunden. Das kleine Leberblümchen gilt als einer der beispielhaftesten Vertreter der Signaturenlehre. Die Blätter des Leberblümchens besitzen die äussere dreilappige Form einer menschlichen Leber. Darauf basiert das Prinzip der Signaturenlehre. Heilwirkungen von Pflanzen…

  • Grosser Wiesenknopf – Blume des Jahres 2021

    Grosser Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis) Eine Heilpflanze ist der grosse Wiesenknopf nicht, obwohl er den lateinischen Beinamen Officinalis trägt. Seine Inhaltsstoffe sollen blutstillende und entzündungshemmende Wirkungen haben. Bekanntermassen wurde der grosse Wiesenknopf in der Vergangenheit und bereits in der Antike als Durchfallmittel und zur Verbesserung der Wundheilung eingesetzt. In der aktuellen Literatur zur Pflanzenheilkunde finden sowohl…