Hauhecheln – dann läuft es wieder
Dornige Hauhecheln (Ononis spinosa)
Hauhechelwurzeln werden im Herbst oder alternativ im Frühjahr gesammelt und getrocknet. Im Kontrast zu seinen anmutigen zartrosa Schmetterlingsblüten besitzt der kleine Strauch Dornen. Bevorzugt wächst er auf mageren Weiden. Bekannt ist er auch unter den Namen Stachelkraut oder Harnkraut. Letztere Bezeichnung ist ein Verweis auf seine Eignung und Verwendung als Heilkraut.
Die Hauhechelwurzel ist als ein traditionelles pflanzliches Arzneimittel anerkannt. Das beruht auf den Erfahrungen in der Anwendung. Mit Hauhechelwurzel lässt sich die Harnmenge erhöhen und dadurch eine Spülung der Harnwege erzielen. Darüber hinaus wirkt die Heilpflanze unterstützend bei leichten Harnwegsbeschwerden. Trinken Sie während der Einnahme und Verwendung von Hauhechel ausreichend Flüssigkeit, wie Wasser, Haus- oder Kräutertee. Die Anwendung sollte nicht ohne Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen.
Durchspülungstherapie bei Harnwegsinfekten
Die getrockneten Wurzeln des Hauhechels können als Bestandteil von harntreibenden und entwässernden Kräutertees verwendet werden. Hauhechelwurzeln zählen zu den schwachen Diuretika. Abkochungen und Kräutertees aus den Wurzeln der Hauhecheln (Ononis spinosa) eignen sich für Durchspül-Therapien. Bei leicht entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege wird versucht, mit einer erhöhten Urinmenge den Durchfluss in den harnleitenden Organen zu steigern. Das soll helfen, Erreger und Sedimente aus den Harnwegen auszuschwemmen. Seine Wirkstoffe können der Bildung von Nierengries vorbeugen und beim Ausschwemmen unterstützen.

Informationen zu den anerkannten Heilwirkungen von Hauhechel-Wurzeln sind unter diesem Link abrufbar: Monografie Hauhechel-Wurzel (Ononis spinosa L., radix)
Hauhecheln kurbelt die Nierenfunktion an
Die Wirkungsmechanismen der diuretischen Wirkung von Hauhechelwurzeln sind nicht eindeutig geklärt. Bisher schrieb man die diuretischen Wirkung dem in Hauhecheln vorkommenden Isoflavonid Genistein zu. Bewirkt das Genistein ein Absenken des renalen Gefässwirderstandes, erhöht sich die Durchflussrate des Blutes durch die Nieren. Dabei hat Genistein jedoch keinen signifikanten Einfluss auf die glomeruläre Filtrationsrate. Das heisst Salze, Mineralstoffe und andere Stoffe verbleiben im Blutkreislauf. Über die Nieren wird lediglich vermehrt Wasser ausgeschieden.1
Ein weiterer Erklärungsansatz für die diuretische Wirkung der Hauhecheln bezieht sich auf die Hemmung der humanen Hyaluronidase-1 (Hyal-1).2 Bei Hyaluronidasen handelt es sich um Enzyme, die im menschlichen Körper vorkommende Hyaluronsäuren spalten. Die Hyaluronsäuren sind in der Lage im Gewebe Flüssigkeit zu binden. Sie kommen in unterschiedlicher Konzentration auch in den Nieren vor. Möglicherweise spielen sie bei der Regulierung der Nierenfunktionen, Urinkonzentrierung und die Wasserrückresorption eine entscheidende Rolle. Folglich kann die Hemmung der Hyaluronidase-1 (Hyal-1) der Aufrechterhaltung eines stabilen Gleichgewichts innerhalb des Gewebes dienen.3 Versuche mit Onosis spinosa-Wurzelextrakten zeigte eine hemmende Wirkung gegen die humane Hyaluronidase-1 (Hyal-1). Diese Beobachtungen wurden als plausible Erklärung für die traditionell der Pflanze zugeschriebenen diuretischen Effekte vorgeschlagen.4
Inhaltsstoffe:
Isoflavone (Formononetin, Ononin, Genistein), Glucoside, Triterpene, Sterole, Saponine, Phenolische Säuren, ätherisches Öl
Wirkung:
diuretisch,
Gegenanzeigen:
Die Anwendung bei Kindern unter 12 Jahren wird nicht empfohlen.
Ärztlicher Rat ist erforderlich:
Sollten die Symptome länger als eine Woche trotz Einnahme nicht bessern, ersuchen Sie bitte ärztlichen Rat.
Von einer Anwendung muss unbedingt abgesehen werden bei Ödemen infolge eingeschränkter Herztätigkeit, eingeschränkte Nierenfunktion.
Quellen:
- Giménez, I., Martinez, R. M., Lou, M., Mayoral, J. A., Garay, R. P., Alda, J. O.; Hypertension Volume 31, Issue 2, February 1998; Pages 706-711, https://doi.org/10.1161/01.HYP.31.2.706. ↩︎
- Nechita, V.-I., Tărău, A.-P., Şuster, A.-I., Nechita, M.-A., Toiu, A., Benedec, D., Hanganu, D., Siserman, C., Drugan, C., & Oniga, I. (2026). Phytochemical Constituents and Biological Activities of Ononis spinosa: A Comprehensive Review. Plants, 15(9), 1409. https://doi.org/10.3390/plants15091409. ↩︎
- Colombaro, V., Jadot, I., Declèves, A. E., Voisin, E., Giordano, L., Habsch, I., Flamion, B., Caron, N.; Hyaluronidase 1 and hyaluronidase 2 are required for renal hyaluronan turnover, Acta Histochemica, Volume 117, Issue 1, 2015, Pages 83-91, ISSN 0065-1281, https://doi.org/10.1016/j.acthis.2014.11.007. ↩︎
- Addotey, J. N., Lengers, I., Jose, J., Gampe, N., Béni, S., Petereit, F., Hensel, A.; Isoflavonoids with inhibiting effects on human hyaluronidase-1 and norneolignan clitorienolactone B from Ononis spinosa L. root extract. Fitoterapia. 2018 Oct;130:169-174. doi: 10.1016/j.fitote.2018.08.013. Epub 2018 Sep 1. PMID: 30176279. ↩︎
