In den Bergen liegt schon Schnee, obwohl in den Tälern des Appenzeller Landes noch Sommer auf den Wiesen herrscht.

Aspirin complex fällt aus: Echinacea, Wermut, Holunder und Lindenblüten springen ein!

Per Twitter kündigte Apotheke Adhoc am 14.08.2018 Lieferengpässe des beliebten Komplexmittels von Bayer zur Behandlung grippaler Infekte an.

Einhergehend mit den kommenden Herbsttagen wird so mancher wieder unter Erkältungen und grippalen Infekten zu leiden haben. Einige natürliche Alternativen zu Aspirin complex (Acetylsalicylsäure/Pseudoephedrin) bieten Heilplanzen und -kräuter, die jetzt in der Hausapotheke bevorratet werden sollten. Die besten Helfer für die kalten Tage stellen wir euch in diesem Beitrag vor.

Immunstimulation mit dem roten Sonnenhut

Die natürliche Abwehr lässt sich bereits im Voraus bei allgemeiner Infektanfälligkeit und im Frühstadium mit dem Roten Sonnenhut (Echinacea purpurea) stärken. Bekannt, erprobt und in zahlreichen Studien nachgewiesen ist die immunstimulierende Wirkung der Pflanze. In den Monaten Juli bis September schmücken die Blüten des Roten Sonnenhutes Gärten, Terrassen und Balkons. Wer sich ausschliesslich an den Blüten erfreuen und die Pflanze nicht ernten will, kann jederzeit auf die in der Apotheke erhältlichen Präparate und Drogen zurückgreifen.

Wieder fit werden mit Wermut

Relativ unbekannt ist die Einsetzbarkeit des Wermuts (Artemisia absinthium) bei grippalen Infekten und Erkältungskrankheiten. Dabei lassen sich mit Wermuttee das körperliche Tief und die Erschöpfungszustände überwinden. Die Wirkung des Wermuts wirkt bei Erkältungen und grippalen Infekten im Allgemeinen leistungssteigernd und tonisierend. Die Bitterstoffe regen zudem den Appetit an. Er hilft sprichwörtlich, wieder auf die Beine zu kommen.

Weidenrinde ist die natürliche Form des Aspirins

In der Weidenrinde ist die Salicylsäure als natürlicher Stoff enthalten. Die Identifizierung der chemischen Verbindung und die industrielle Synthese eröffneten den Siegeszug des allbekannten Medikamentes Aspirin. Bereits die Germanen kannten die schmerzstillende Wirkung der Rinde des Weidenbaumes (Salix). Sie verwendeten die pulverisierte Rinde gezielt bei Fieber, Glieder-, Rücken- und Kopfschmerzen. Als Tee aufgegossen ist das zwar ein bitterer und gewöhnungsbedürftiger Genuss, der aber einen wesentlichen Beitrag zu Genesung leistet.

Schon die Alten schätzten das Schwitzen mit Holunder und Lindenblüten

Viren, die Erkältungen und Grippeerkrankungen auslösen, sind wärmeempfindlich. Die erhöhte Körpertemperatur schränkt sie in ihrer Vermehrungsfähigkeit ein. Warme Bäder oder Schwitzkuren mit anschließender Bettruhe wussten bereits die Großeltern zu schätzen. Generell sind Schwitzkuren in der Verbindung von heissen Getränken, einem Vollbad und abschliessendem Ruhen eine Entlastung für den Körper bei Unwohlsein infolge von Erkältungskrankheiten. Die Volksmedizin hat die einfachen Hausmittelchen nicht vergessen. Ihre Wirksamkeit haben sie noch heute. Teezubereitungen aus den Blüten des Holunders (Sambucus) heizen den Körper auf und fördert intensiv das Schwitzen. Das Aroma eines Holunderblütentees lässt vergessen, dass es eine Medizin ist.

Ganz ähnlich verhält es sich mit Lindenblütentee. Auch er fördert das Schwitzen des gesamten Organismus. Die Inhaltsstoffe der Blüten des Lindenbaumes (Tilia) haben postive Effekte auf die Luft- und Atemwege, die häufig bei Erkältungen mit in Leidenschaft gezogen werden. Sie sorgen für eine Befeuchtung der Schleimhäute in Mund- und Rachenraum und die Aktivierung der Flimmerhärchen in den Bronchien. Das fördert das Abhusten von Schleim. Mund und Nase werden wieder frei. Ganz nebenbei ist das Aroma eine Wohltat für den Gaumen. Das fördert die Aufnahme von Flüssigkeit. Gerade bei fiebrigen Erkrankungen ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr für eine baldige Gesundung sehr wichtig.


Quellen: 

https://twitter.com/ApothekeAdhoc; 14.08.2018

Lehrbuch Phytotherapie, Karl F. Haug Verlag 2017

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