Bockshornklee-Samen sind nicht nur ein orientalische Küchengewürz. Sie sind vielmehr ein jahrhundertealtes pflanzliches Heilmittel.
|

Bockshornklee – heilende Samen

Bockshornklee-Samen (Trigonella foenum- graecum L., semen) 

Den Bockshornklee mit seinen aromatischen Samen schätzte der Kräuterpfarrer Sebastian Kneipp als eines der besten Heilmittel. Die zu Pulver zermahlenen Früchte empfahl er zur inneren Anwendung bei Fieber und äusserlich bei entzündlichen Hautläsionen. Als Fiebermittel kannte ihn bereits die heilkundige Hildegard von Bingen. Schon wesentlich früher besprach Dioskurides in seinem Werk ‚De materia medica‘ ausführlich die äusserlichen Anwendungen zur Behandlung von Hautgeschwüren und -geschwülsten.

„Er besitzt die gewisse Wirkkraft der stärksten Düfte und die gewisse Herbheit der bittersten Geschmacksrichtungen …“

Hildegard von Bingen

Ursprünglich stammt der Bockshornklee aus dem Nahen Osten. Bekannt ist er auch unter dem Namen Griechisches Heu, Philosophenheu und Ziegenhorn. Mittlerweile wird der Bockshornklee auch in unseren Breiten angebaut. Am weitesten verbreitetet ist die Verwendung seiner goldgelben Samen mit dem unverkennbaren aromatischen Geruch als Küchengewürz für Speisen in der orientalischen Küche. Er hat eine geschmacksverstärkende Wirkung. Es empfiehlt sich eine sparsame Verwendung, da beim Überwürzen der Geschmack schnell ins Bittere umschlägt.

Ein Pulver gegen Appetitlosigkeit

Vielleicht ist es gerade die leicht bittere Note der Samen und die geschmacksverstärkende Wirkung, welche die Eignung der Samen vom Bockshornklee als Appetitanreger begründen. Die europäische Arzneimittelbehörde EMA/HMPC hat ihn auf jeden Fall als traditionelles pflanzliches Arzneimittel bei zeitweiligem Appetitsverlust eingestuft. Sie empfiehlt die Einnahme als Teezubereitung vor den Mahlzeiten. Möglicherweise ist die Einnahme von ein bis zwei Gramm Pulvers aus Bockshornkleesamens vor den Mahlzeiten mit etwas Flüssigkeit ebenso wirksam. 

Umschläge bei leichten Entzündungen der Haut

Die bereits seit Jahrhunderten bekannten Wirkungen von Bockshornklee-Pulver zur Behandlung von Entzündungen der Haut wurde durch die EMA/HMC wie schon vorher durch die Kommission E des BfArM anerkannt. Eingestuft wurden die Bockshornsamen als traditionelles pflanzliches Heilmittel. Empfohlen werden warme Umschläge aus dem vorher aufgebrühten Pulver. Dazu werden rund 50 Gramm des Pulvers in 250 ml Wasser verrührt und kurz augekocht.

Die Monografie der EMA/HMPC können Sie hier aufrufen und nachlesen: Monografie Bockshornklee

Inhaltsstoffe:

Triglyceride, Lecithin, Phytosterin, Galactomannane, Saponine, Sapogenine, Vitamine A und D, Trigonellin, Phosphor, Cholin

Wirkung:

antioxidativ, antimikrobiell

Gegenanzeigen:

Anwendungen mit Bockshornkleesamen werden bei Kindern und Jugendlichen im Alter unter 18 Jahren nicht empfohlen.

Sollten die mit Bockshornklee-Samen behandelten Symptome nicht innerhalb einer Woche sich verbessern oder gar eine Verschlechterung eintreten, ist ärztlicher Rat erforderlich.

Aufgrund einer möglichen blutzuckersenkenden Wirkung bei oraler Aufnahme von Bockshornklee sollte bei Patienten, die wegen Diabetes mellitus behandelt werden, eine sorgfältige Überwachung des Blutzuckerspiegels erfolgen!

Anwendung von Bockhornklee während einer Schwangerschaft und der Stillzeit sollten vermieden werden. Nicht empfohlen werden Anwendungen von Bockshornklee bei Frauen im gebärfähigen Alter, die nicht verhüten.

Ähnliche Beiträge

  • |

    Balsamkraut – eine fast vergessene Heilpflanze

    Balsamkraut (Tanacetum balsamita) Sie findet sich heute nur noch in der Literatur oder in überliefertem Wissen. Für einige Verwirrung sorgen zahlreiche Unterarten, die zum Teil durch Verwilderungen entstanden. Möglicherweise ist die Bezeichnung Balsam-Wucherblume ein Verweis darauf. Unterschiede in den botanischen Bezeichnungen wie beispielsweise Chrysanthemum balsamita syn. Balsamita major sind für Laien reichlich verwirrend. Eine zunehmende…

  • Heilpflanze des Jahres 2022: Brennnessel – Urtica dioica

    All jenen, die sich jetzt schon fragen, wie es nächstes Jahr weitergehen soll, sei gesagt: „Es läuft!“ Wohl kaum anders lässt sich die frühzeitige Wahl der harntreibenden Brennnessel (Urtica dioica) zur Heilpflanze des Jahres 2022 im Juni erklären. Bekanntlich lässt ein Tee aus Brennnesselblättern den Harn fliessen und spült die Harnwege bzw. hilft beim Ausschwemmen…

  • |

    Buchweizen – das Kraut und nicht die Früchte

    Buchweizen (Fagopyri esculentum M.) Buchweizengrütze ist das traditionelle Frühstück russischer Bauern. Im Zuge der zunehmenden Lebensmittelunverträglichkeiten feiert der Buchweizen in unseren Breiten eine regelrechte Renaissance. Bei guten Lebensmittelhändlern hat er mittlerweile seinen festen Platz im Regal gefunden. Die Buchweizenfrüchte sind reich an Lysin – ein Inhaltsstoff für gesundes Knochenwachstum – Mineralstoffen, Lecithin, den Vitaminen B1,…

  • |

    Meerrettich – ein Hoffnunsträger

    Meerrettich (Armoracia rusticana) Wer hätte es gedacht, dass die tränentreibenden scharfen Wurzeln des Meerrettich noch einmal für die Medizin interessant werden? Seine scharfe Würze ist ideal für fettige fleischige Genüsse. Manchen Muskelkater hat er schon geheilt. Als Hausmittel bei bei leichten Atemwegsinfekten oder der Blase geniesst die weisse Wurzel einen guten Ruf. Das Interesse der medizinischen…

  • |

    Lavendel – der Duft des Sommers

    Lavendel (Lavandula angustifolia) Ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammend wurde der Lavendel bereits ab dem frühen Mittelalter nördlich der Alpen kultiviert. Er gehört zur Familie der Lippenblütler und zeichnet sich durch eine grosse Artenvielfalt aus. Die Heilkundige Benediktinerin Hildegard von Bingen beschrieb ihn mit folgenden Worten: “ Sein Duft macht die Augen klar, denn er hat…