Giersch, das verhasste Gartenunkraut, was überall wächst und fast unausrottbar ist. Als hippes Gemüse soll es nun im Smoothies, Salaten und weiteren wenig schmackhaften Gerichten die Menschheit retten und vor allem alle nach Gesundheit, Glück und Schönheit strebenden auf eine höhere Bewusstseinsebene verhelfen.
|

Giersch – der Hipster unter den Wildkräutern

Giersch (Aegopodium podagraria)

Das Wildkraut Giersch oder Geissfuss ist zur Zeit in aller Munde. Es wird mit zahlreichen Rezeptvorschlägen und Zuschreibungen von gesundheitsfördernden Eigenschaften zum trendigen Wildgemüse und zur Wunderpflanze hochstilisiert. Bekannter und fast schon berüchtigt ist er als renitentes Unkraut. Im Frühjar wuchert er flächendeckend mit seinen typischen doppelt dreizähligen Blattspreiten, und in den Sommermonaten gewinnt er mit seinen weissen Blütendolden an Höhe.  Tatsächlich lassen sich aus den Blättern Salate, Suppen und Smoothies herstellen. Das ist wohl die verträglichste Variante, Unkraut zu bekämpfen. Geschmacklich ist er der Petersilie ähnlich und gekocht dem Spinat. In lebensmittelarmen Zeiten war er ein wertvoller Ersatz für Gartengemüse und eine Quelle für wichtige Vitamine und Mineralien. Dieser Nostalgie entspringt wohl der aktuelle Hype um den Giersch.

In der Volksheilkunde wird die grünkrautige Pflanze als „Zipperleinskraut“ bei Gichtleiden verwendet. Die Wirkung ist bisher in keiner Monografie beschrieben oder bestätigt worden. Aufgrund des hohen Gehalt an Mineralien wirkt der Giersch basisch, entsäuert den Körper und wirkt förderlich auf den Stoffwechsel. Die Zufuhr an basischen Lebensmitteln – wie alle Gemüse – fördert den Ausgleich des Säure-Basen-Haushalts und hat somit positive Effekte besonders für Menschen mit Gichtleiden.

Inhaltsstoffe:

Vitamin C, Carotin, Calcium, Magnesium, Eisen, Kupfer

Wirkung:

stoffwechselanregend

Ähnliche Beiträge

  • | |

    Griechischer Bergtee – für die alten Jungen

    Sideritis scardica Griseb., Sideritis clandestina, Sideritis raeseri Boiss. & Heldr., Sideritis syriaca L. Wahrscheinlich hat es jeder Griechenland-Urlauber bei seiner Heimkehr dabei. Mindestens ein Bündel dieser aromatischen getrockneten grünen Halme des Griechischen Bergtees hat fast jeder im Reisegepäck. Besucherinnen der Insel Kreta werden sicherlich die beliebte Sorte ‚Malotira‘ mit sich führen. Typischerweise haben den ‚Tee…

  • |

    Isländisches Moos – das Felsengras

    Isländisches Moos (Cetraria islandica) Isländisches Moos wird als traditionelles pflanzliches Arzneimittel, als Linderungsmittel für die symptomatische Behandlung von oralen oder Rachenreizungen und damit verbundenen trockenen Husten verwendet. Eine weitere Verwendung als traditionelles pflanzliches Arzneimittel findet Isländisches Moos Anwendung bei vorübergehenden Verlust des Appetits. Als Heilpflanze ist es aufgrund seiner langjährigen Anwendung anerkannt. Isländisches Moos lindert Rachenreizungen und…

  • Schlangenknöterich – der rosarote Pfeifenputzer

    Schlangenknöterich (Bistorta officinalis) Der Volksmund kennt den Schlangenknöterich auch unter den Begriffen wie Zahnbürsten, Otterzungen oder Schlangenwurz. In vergangenen Zeiten wurde die Pflanze bei Schlangenbissen eingesetzt. Hierfür sind keine Überlieferungen bezüglich der tatsächlichen Wirksamkeit bekannt. Das Kraut und die Blätter wurden in Zeiten von Nahrungsknappheit als Gemüse zubereitet. Für Heilanwendungen und Herstellung von Tees und Tinkturen…

  • |

    Römische Kamille – Vertreterin des Imperium Romanum

    Römische Kamille (Chamaemelum nobile L.) Freundliche Namensgebungen bezeichnen die Römische Kamille als Gartenkamille oder gar Edel-Kamille. Ein wenig abwertend klingt die Bezeichnung Römische Hundskamille, obwohl auch sie ganz offiziell zu den Arzneipflanzen zählt. Ursprünglich entstammt sie wärmeren Gefilden. Rings ums westliche Mittelmeer ist die Römische Kamille beheimatet. Irgendwie hat sie bereits vor einigen Jahrhunderten den…

  • |

    Ölbaumblätter – mehr als ein Zeichen des Friedens

    Ölbaum (Olea europea) Kein anderer Baum oder Strauch verkörpert mehr mediterranes Ambiente als der Ölbaum. Fälschlicherweise wird er oft als Olive bezeichnet. Das ist korrekterweise die Bezeichnung seiner Früchte, aus denen das begehrte Öl gewonnen wird. Ölbäume müssen erst alt werden, bevor sie Früchte tragen. Hundertjährige Ölbäume sind keine Seltenheit. Generationen können von seiner Fruchtbarkeit…

  • |

    Angelika – die Engelhafte

    Angelika (Angelica archangelica) Die Heilkräuterexperten sind sich beim Echten Engelwurz relativ einig. Die Wurzeln der engelhaften Angelika verdienen in allererster Linie Würdigung wegen ihrer Bitterstoffe. Gerne wird um die pharmakologische Zuordnung des Engelwurz‘ gestritten. Ursprünglich konzentrierte sich das Interesse an der Heilwirkung dieser hochwachsenden Pflanze auf die ätherischen Öle. Zunehmend geraten die Bitterstoffe in den…