Stinkender Storchenschnabel auch Ruprechtskraut genannt.

Stinkender Storchenschnabel – altbewährtes Verhütungsmittel

Stinkender Storchenschnabel (Geranium robertianum)

Im Volksmund ist der stinkende Storchenschnabel auch bekannt unter dem Namen Ruprechtskraut. In dieser Bezeichnung deutet sich die gebräuchlichste Verwendung der wohlbekannten Heilpflanze an. Knecht Ruprecht ist der Gehilfe des heiligen Nikolaus, der am 6. Dezember die Familien besucht. Nach der volkstümlichen Zählweise vergehen zwischen der Blütezeit (April-Herbst) und dem Nikolaustag exakt neun Monate. Um von vorn herein den Besuch des Knecht Ruprechts abzuwehren, haben schon die germanischen Vorfahren den stinkenden Storchenschnabel aromatisierten Hausteemischungen beigemischt. Das macht diese haltbarer und senkt den Verbrauch. So kamen auch grosse Familien gut über den Winter.

Man findet den stinkenden Storchenschnabel auf stickstoffreichen Böden. Er bevorzugt schattige Lagen wie Wegesränder, halbschattige Laubwälder, Böschungen, Steinbrüche und Bushaltestellen. Traditionell wurde er während der vergangenen Jahrhunderte in Hausgärten von Familien angebaut und kultiviert, deren Kinderwunsch schon erfüllt war. Besonders beliebt ist die Pflanze bei älteren Menschen.

Die Fruchtstände erinnern an Storchenschnäbel. Großstadtkinder, die der Natur entfremdet sind, erkennen bereits in der Form der fünfblättrigen rosafarbenen Blüten einen Storchenschnabel. Störche beiderlei Geschlechts mögen das Kraut nicht. Deshalb werden sie sich nicht in der Nähe des blühenden Krautes niederlassen. Der herbe Geruch wird von den Störchen als besonders störend wahrgenommen. Für männliche Störche ist es fatal, wenn Reste der rosaroten Blütenkopfe am Schnabel kleben bleiben. Weibliche Störche reagieren negativ auf rosa Verzierungen an Schnäbeln männlicher Tiere. Beim Verzehr der Pflanzenteilen wird Mundgeruch ausgelöst, was wiederum beim Schnäbeln stört. Aus diesem Grund meiden Störche die Nähe des stinkenden Storchenschnabels, was seine Eignung als natürliches Verhütungsmittel beweist. In Studien konnte nachgewiesen werden, dass Storchenbesuche ausbleiben, wenn in Gärten der stinkenden Storchenschnabel regulär angebaut wird. Im Zusammenhang mit der Geburtenrate wurde die Storchenpopulation untersucht. Als natürliches Verhütungsmittel ist somit diese wilde Geranienart ein vortreffliches und bewährtes Verhütungsmittel ohne jegliche Nebenwirkungen.

Die ätherischen Öle der Blätter sind ein gutes und einfaches Hausmittel gegen Mücken. Während der Monate August bis September können aus den Pflanzenteilen Sträusse gebunden werden. Diese werden kopfüber aufgehängt. Bei Bedarf schlägt man mit den Sträussen nach den Mücken. Werden sie getroffen, stören sie nicht mehr.

Alte Lehrbücher beschreiben die Pflanze auch als Nagelkraut. Da sich Handwerker bekannterweise weniger mit Heilpflanzen beschäftigen, ist die Studienlage hierzu dünn und unzureichend. Aus diesem Grund kann für dieses Anwendungsgebiet keine Empfehlung ausgesprochen werden.

Ähnliche Beiträge

  • |

    Iris – die Schwertlilie

    Schwertlilie (Iris Germanica) Die kunstvolle Blütenform der Deutschen Iris hat die Phantasie von Künstlern, Königen und Gartengestaltern schon von jeher angeregt. Ihre elegante und prägnante Blüten-Silhouette zierte die Wappen der französischen Könige. Der gute Walahfried Strabo mochte sie nicht in seinem Garten missen: einerseits ihrer Schönheit wegen, andererseits wurden zu seiner Zeit die zerriebenen Wurzeln…

  • Die Mär vom Verbot der Heilpflanzen

    Cistrosen, ein neues Bauernopfer? Kritiker des Internets und der neuen Medien monieren, dass es nichts Besseres gäbe, um Unsinn, Lügen und Falschmeldungen zu verbreiten. Am vergangenen Wochenende schien sich genau diese Befürchtung zu bestätigen. In einem Beitrag auf seiner Website beklagte der Deutschlandfunk das Verbot zahlreicher traditioneller Heilpflanzen. Nein, das ist kein Aprilscherz! Das Veröffentlichungsdatum lag…

  • Alles so schön bunt hier!

    Diese Drogen machen das Leben schöner! Zuerst schulden wir unseren Leserinnen und Lesern eine Begriffsklärung. Bei Drogen handelt es sich im ursprünglichen Sinne um pflanzliche, mineralische oder tierische Rohstoffe, die zur Herstellung von Heil- und Arzneimitteln, Gewürz- und Riechstoffen oder als Geschmackskorrigenz sich eignen. So jedenfalls definieren es die medizinischen und pharmazeutischen Kompendien. Vermutlich leitet…

  • Heilsames Geniessen mit dem Duft der Rose

    Das Leben und die Liebe feiern mit einer Rosenbowle. Die Haut ist der Spiegel der Seele. Körperliches und seelisches Wohlbefinden drückt der Zustand unserer Haut aus. Ein Bad in Rosenblättern ist der oft beschriebene Gipfel von Genuss und Lebensfreude. Oft wird übersehen, dass Rosenblätter erwiesenermaßen ganz natürliche Heilmittel sind. Allein ihr Duft und die Farbe…

  • Mariendistel bei Fettleber?

    Ist Silymarin der Stoff für die Zukunft? Silymarin heisst der Zauberstoff, der bei einer nichtalkoholischen Fettleber (NAFLD), den Prozess stoppen bzw. revidieren könnte. Bei der nichtalkoholischen Fettleber handelt es sich scheinbar um eine Alterserscheinung der westlichen Wohlstandsgesellschaft. Nicht der Alkohol, sondern erhöhte Blutfettwerte und Übergewicht korrespondieren dann mit den Fettablagerungen in der Leber. Nicht selten…

  • Mehr als eine schöne Tradition!

    Zum Hochfest Mariä Himmelfahrt werden traditionell auch die in Sträusse gebundenen Heil-Kräuter gesegnet. Die Kräuter einen Glaube und Brauchtum. Schützen sollen die sogenannten Kräuterbuschen das Haus, den Hof, das liebe Vieh und alle, die unter dem Dach leben und arbeiten. Im Stall aufgehängte Kräutersträusse dienen der Abwehr von Krankheiten und bösen Geistern – so der…