Die Rote Spornblume ist als Schmuckpflanze bekannter als die in ihren Wurzeln enthaltenen Valepotriate, dem Wirkstoff des Baldrians.

Rote Spornblume – beim Bart des Jupiters

Rote Spornblume (Centranthus ruber L.)

In unseren Breiten ist der Centranthus ruber nur unter dem Namen Rote Spornblume bekannt. Im mediterranen Raum hingegen gibt es eine Vielzahl von Bezeichnungen für die üppig rotblühende Pflanze aus der Familie der Valerianoideaen, den Baldriangewächsen. So ist sie unter anderem als Roter oder Griechischer Baldrian, das Lila Spaniens oder Bart des Jupiters bekannt.

Keine Heilpflanze, aber Wurzeln mit wertvollen Inhaltsstoffen

Valepotriate heissen die wertvollen Inhaltsstoffe der Baldrianwurzeln, die für die beruhigenden, spasmolytischen und schläffördernden Wirkung verantwortlich sind. Die Wurzeln der Roten Spornblume (Centranthus ruber L.) enthalten eben diese Iridoide. Das Fehlen von ätherischen Ölen und Alkaloiden macht die Wurzeln (Centranthi radix) für die pharmazeutische Industrie zur Gewinnung von Valepotriaten interessant. Hinzu kommt ein wesentlich höherer Gehalt dieser Inhaltsstoffe. Das wiederum wäre problematisch bei Eigenanwendungen sogenannten Selbstmedikationen. Zur Behandlung von Schlafstörungen, Unruhe und Spannungszuständen ist der Baldrian (Valeriana officinalis L.) das Mittel der ersten Wahl. Er ist wesentlich geeigneter, was wahrscheinlich der reichhaltigeren Formulierung ihrer Inhaltsstoffe in den Wurzeln zuzuschreiben ist.

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