Hagebutten und Schlehen lassen sich mit wenig Aufwand zu süssen Köstlichkeiten verwandeln. Die Früchte benötigen vor dem Zubereiten eine Nacht lang Frost.

Jetzt wird es süß!

Die grauen kalten Tage stehen uns ins Haus. Wie gut, dass die Natur noch ein paar Geschenke parat hält!

Ein paar sammelnswerte herbe Früchtchen lassen sich mit wenig Aufwand in süsse Köstlichkeiten verwandeln. Das schafft gute Laune! Beim Sammeln, beim Zubereiten und natürlich beim Naschen.

An sehr sonnigen und trockenen Lagen sind die Hagebutten besonders früh reif.

Hagebutten

Manch einer nennt sie auch Hiffen oder Hagebutzen oder Heinzerlein. Gemeint sind stets die roten Früchte des Hunds-Rosen-Strauches.

Hagebutten lieben den Frost! Nicht nur, dass sie während des langen kalten Winters, wenn alles kahl und grau ist, mit ihren knallroten Früchten prahlen. Ihre Früchte brauchen die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, um ihr Aroma und die wertvollen Inhaltsstoffe freizugeben. Daran sollte man denken, bevor Hagebutten getrocknet oder zu Gelees und Marmeladen verarbeitet werden.

Hagebutten, egal ob man sie sammelt oder dann weiterverarbeitet brauchen Zeit. Die Fruchtköpfchen sind hart und es ist schon eine Herausforderung sie beispielsweise fürs Trocknen zu öffnen. Erfolgreich bewährt hat sich dabei Omas hölzerner Teigausroller – auch Nudelholz genannt. Mit seiner stabilen Holzwalze lassen sich die Früchte gut plattdrücken. Das Prozedere benötigt allerdings nicht nur eine stabile Unterlage. Sie sollte auch gut zu reinigen sein. Durch das Pressen und Ausdrücken entsteht eine klebrige Masse, die sehr gerne am Tisch und an der Rolle anhaften. Ein wenig Vorbereitung spart erhebliche Mühen.

Stets heiss wird der Hagebuttengelee in fest verschliessbare Gläser abgefüllt.

Hagebutten-Gelee

  • Frische 1,5 kg Hagebutten
  • 1 kg Gelierzucker 2:1
  • 5 g Zitronensäure

Vor dem Verarbeiten der Hagebuttenfrüchte benötigen diese eine Brause oder ein Vollbad. Die abgetrockneten schwärzlichen Blütenstände sollten dann bereits von den Früchten entfernt sein.

In einem ausreichend grossen Topf werden die Hagebutten mit Wasser übergossen. Es sollten ein bis zwei Finger breit Wasser die Früchte bedecken. Manchmal schwimmen sie auch auf. In diesem Wasser werden sie über 1 bis 2 Stunden gekocht bis sie weich sind und sich ohne Probleme durch ein Passiersieb drücken lassen.

Nach und nach werden die gekochten Hagebutten durch ein Passiersieb mit einem hölzernen Kochlöffel gedrückt. Der passierte Brei wird in einem Topf aufgefangen. Er bildet die Grundlage für den Gelee. Die im Sieb verbliebenen Schalen und Kerne werden auf der Seite in einer separaten Schüssel gesammelt.

Der so gewonnenen Hagebutten-Mus wird mit dem Gelierzucker, der Zitronensäure, etwas Zucker oder Fruchtsaft vermischt. Durch Aufkochen des Breis (Packungsbeilage Zucker beachten!) verdickt sich die Masse. Es empfiehlt sich mit einem Löffel und einer kalten Untertasse zu prüfen, ob die Gelierfestigkeit bereits besteht. Wenn ja, dann kann der Gelee heiss in luftdicht verschliessbare Gläser abgefüllt werden.

Papiertüten sind nicht nur umweltfreundlicher als Plastik. Sie lassen auch Luft an das Sammelgut und geben die Feuchtigkeit nach aussen ab.

Schlehen

Die herben sauren Früchte verwandeln sich unter Frost zu wohlschmeckenden Aromaspendern. Doch bevor es soweit kommen kann, ist Sammelfleiss und ein wenig Leidensfähigkeit notwendig. Die Äste der Schlehdornsträucher sind mit Dornen bewehrt. Manche Sträucher erreichen auch stattliche Wuchshöhen, die ein Pflücken im Vorbeigehen nicht erlauben. 

Es lohnt sich die Mühe. Anfangs sind die Früchte überhaupt nicht schmackhaft. Sie sind sauer. Zunge und Gaumen ziehen sich beim Probieren förmlich zusammen. Nach dem Frost oder auch nach dem Verlassen des Tiefkühlfaches ist ihr Geschmack schon wesentlich fruchtiger und ausgeglichener. Für einen Tee gegen Halsschmerzen lassen sich die Früchte trocknen. Auf eine gut saugfähige Unterlage sollte dabei geachtet werden. Sie sind sehr saftig. Daher besteht die Gefahr, dass sie faulen. Werden sie jedoch in Korn, Wodka oder in anderen hochprozentigen Alkohol eingelegt, sollte das tägliche Schütteln nicht vergessen werden.

Schlehenlikör ist eine einfache Lösung, die wertvollen Früchte zu konservieren.

Schlehen-Likör

  • 300 g frische Schlehen
  • 150 g Kandiszucker
  • 0,7 Liter Doppelkorn oder Wodka

Bereits vor dem Frosten sollten sie Schlehen idealerweise gewaschen werden. Der Alkohol wirkt zwar desinfizierend, aber gegen Feldstaub ist auch er machtlos. Der Likör soll ja schön klar werden.

Die Schlehenfrüchte werden einfach mit dem Doppelkorn oder Wodka übergossen. Der Alkohol sollte schon über mindestens 38% Vol. verfügen. Irgendein billiger Fusel tut es nicht. Der zu verwendende Klare sollte einen guten neutralen Geschmack haben. Dann klappt es

Es ist mühsam die Schlehen in eine Flasche zu füllen, daher empfiehlt sich die Verwendung von verschliessbaren Konservengläsern. Sie werden 6 bis 8 Wochen gebraucht. So lange benötigen die Schlehdorn-Früchte zur vollen Entfaltung im Alkohol. Idealerweise verbringen sie die Zeit an einem kühlen und dunklen Ort. Alte Rezepte sprechen von der Fensterbank oder dem Küchenregal. Bessere Ergebnisse erzielt die Lagerung bis zur Reife im Kühlschrank. Die Früchte lieben es täglich geschüttelt und geschwenkt zu werden.

Tiefblaue Färbung, vollfruchtiger Geschmack, ein ungetrübter Tropfen – das gelingt nur mit der Lagerung bis zur Reife im Kühlschrank.

Am Ende wird der Schnaps gesüsst und in Flaschen abgefüllt und im Dunkeln aufbewahrt. Je länger er dann noch liegt, umso besser schmeckt er – sagt man.

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