Hagebutten benötigen Frost bevor sie geerntet und verarbeitet werden können.

Hips don’t lie!

Im englischen Sprachgebrauch werden die knallroten Früchte der Rosa canina (Hunds-Rose) als Hips bezeichnen. Wir sagen ganz einfach Hagebutten dazu. Natürlich lügen die Hagebutten nicht. Über sie werden lediglich immer wieder die selben irrigen Geschichten geschrieben. Eine davon ist der hohe Gehalt an Vitamin C, weshalb sie besonders wertvoll wären. Aber mal ganz ehrlich, wer hat schon eine ganze Mahlzeit an Hagebutten zu sich genommen? Ich meine nicht die Vögel, für die im Winter Hagebutten wunderbare Futterquellen sind. Interessanter für eine gesunde Ernährung sind die Pektine und Schleimstoffe der Hagebutten. Hier kommt nicht nur ihre Eignung als Grundstoff für leckere Marmeladen und Gelees ins Spiel. Die Schleimstoffe und Pektine sind der Verdauung zuträglich und unterstützen eine gesunde Darmflora.

Hagebutten als Stimmungsaufheller

Bei herbstlichen Stimmungseintrübungen sei das Sammeln von Hagebutten empfohlen. Das gibt auch trüben Tagen einen Sinn, verschafft realistische und erreichbare Ziele. Wer beim Pflücken den Blick über die Büsche hebt, dem wird sicher nicht entgehen, dass auch eine verregnete herbstliche Landschaft ihre Reize hat. Ganz nebenbei wirken Klimareize positiv fürs Immunsystem, Bewegung und frische Luft für die Atemwege und den Kreislauf. Unterwegs den Beutel mit den tiefroten Früchten der Heckenrosen füllen, das schafft Erfolgserlebnisse. Daheim die gepflückten Hagebutten zum Säubern ausschütten setzt neue Ziele. Die da heissen können: Hagebutten-Gelee oder getrocknete Hagebutten für den Tee.

An sehr sonnigen und trockenen Lagen sind die Hagebutten besonders früh reif.

Köstlichkeiten für den Winter?

Wem nur die Bezeichnung Hiefe oder Hetscherl oder Arschkratzerl etwas sagt: wir meinen alle nur das Eine. Die Hagebutte!

Ähnliche Beiträge

  • Sammelnswertes im August

    Für die meisten heisst es im August Ferien, Urlaub und Ausruhen. Dabei ist der August der Erntemonat, wenn es das Wetter zulässt. Landwirte und Gärtner kennen keine Ruhe. Der Himmel verspricht meist Sonnenschein und schickt dann Regenwolken. Den Kräutersammlern geht es auch nicht anders. Alles, was der Regen und die Feuchtigkeit verschont hat, sollte in…

  • Kräuter-Sammelkorb für den September

    Wann wenn nicht jetzt zugreifen bei den Himbeer- und Brombeerblättern?! Für einen guten Haustee bieten sie die idealen Zutaten. Übrigens, wurden in früheren Zeiten die Brombeerblätter als Ersatz für teuren Schwarzen Tee genutzt. Wer Kräutertee der teeinreichen Variante vorzieht, liegt mit den Blättern der Brombeere und auch der Himbeere richtig. Für alle, die schon bald…

  • Und sie wirkt doch!

    Grosse Hindernisse zur Anerkennung pflanzlicher Heilmittel sind in vielen Fällen fehlende oder unzureichende Belege für deren Wirksamkeit. Bei der Cranberry (Vaccinium macrocarpon) sind die Forscher nun einen Schritt vorangekommen. Aus den Ergebnissen einer im Mai 2023 veröffentlichten Meta-Analyse geht hervor, dass die Einnahme von Cranberry-Präparaten zur Vorbeugung von Harnwegsinfektionen beitragen können. 

  • Zart und klein mit grosser Kraft

    Geht es Ihnen nicht auch so? Kindheitserinnerungen beschleichen uns bei Spaziergängen in der freien Natur in der strahlenden Frühlingssonne. Dann ist so eine kleine gelbe Primel. Das ist nicht nur schlichtweg eine Wiesen-Schlüsselblume. In ihr steckt mehr! Sie enthält ein Stück Geschichte und vielleicht sogar jede Menge Erinnerung. Bis heute hat sich daran nichts geändert!…

  • Etwas gegen Kopfweh!

    Kopfschmerzen beeinträchtigen unsere Lebensqualität und die Leistungsfähigkeit Beinahe wäre die Meldung des RKI zu Kopfschmerzen im allgemeinen medialen Rummel zur die Covid-Pandemie im September diesen Jahres untergegangen. Man könnte fast meinen, sie sei keiner Rede wert. Dennoch, betrifft das Thema Kopfschmerzen etwas mehr als die Hälfte der Bevölkerung und fast jeder kennt sie. Nur die…

  • |

    Anis – das heilsame Gewürz

    Der sogenannte Wiesen-Anis (Pimpinella anisum) und der Stern-Anis (Illicium verum) sind nicht miteinander verwandt. Sie entstammen beide verschiedenen Pflanzenfamilien. Der Wiesen-Anis ist ein einheimisches Doldenblütengewächs mit gefiederten Blättern. Die ersten jungen Blätter am Stengel des Wiesenanis sind ungefiedert. Mit zunehmendem Wachstum bringt der Wiesen-Anis dann zunehmend die gefiederten Blättchen hervor. Die kleinen bräunlich-schwarzen Früchte an der…