Kamillenblüten im Garten der Sektmanufaktur Schloss Wackenheim.

Bücken lohnt sich!

Kamillenblüten pflücken – Aromaspass im Gras

Es verrät sie der Duft alleine. Echte Kamille (Matricaria chamomilla L.) verströmt diesen süsslichen typischen Duft. Die Pflänzchen werden auch nicht allzu hoch. Mehr als 30 Zentimeter Wuchshöhe schaffen sie nicht. Trockenes und sonniges Wetter sind die besten Voraussetzungen für das Sammeln von Kamillenblüten. Die Echte Kamille ist übrigens ein Bio-Marker. Dort wo biologischer Landbau oder Landwirtschaft ohne Pflanzschutzmittel betrieben wird, siedelt sie sich mit Vorliebe an. Für die Bauern ist sie meist Unkraut, was zwischen Getreide wächst. Kurioserweise ist der landwirtschaftliche Anbau von Kamille sehr aufwendig. Beim Sammeln werden mit den Fingern die Blütenköpfchen von den Kamille-Pflänzchen abgerupft. Idealerweise kommt ein Sammelkorb oder die en-Vogue-Variante der vielbewährte Jutebeutel zum Einsatz für Transport und Aufbewahrung des kostbaren Sammelguts.

Schnell und effektiv trocknen

Damit die Blütenköpfchen ihr kräftiges Aroma und die wertvollen Inhaltsstoffe behalten, sollten sie schnell und sorgfältig getrocknet werden. Auf Fliesspapier die Blüten locker ausbreiten und an einem warmen luftigen Platz trocknen. Vollständig getrocknet und parat für die Aufbewahrung in der Dose sind die Blüten, wenn sie sich problemlos zwischen den Finger zerkrümeln lassen.

Kneipp’scher Rat ist nicht teuer

Kräuterpfarrer Sebastian Kneipp verlor in seinem Büchlein zur Hausapotheke nicht viele Worte zur Kamille. Zu wichtig erschien sie ihm als Heilkraut. Jeder sollte sie zu jederzeit im Hause haben. Bei Erkältungen, Krämpfen und Fieber können die getrockneten Kamillenblüten die Beschwerden lindern helfen. Kneipps Meinung nach seien Kamillensäckchen vortreffliche Wärmer bei „verschiedenen Zuständen“. In Lebensmittelgeschäften gibt es je nach Sortiment, eine breite Auswahl an Kamillenteezubereitungen. Wer jedoch die Selbstgesammelten im Regal hat, wird sich beim Zubereiten der warmen sonnigen Sommertage erinnern.

Die Guten ins Körbchen, die Schlechten stehenlassen

Alles, was dumpf oder übel riecht, lohnt der Nachschau nicht! Es könnte sich im Zweifel um die nutzlose Hundskamille handeln. Als Krötendill verspottete der mittelalterliche ‚Macer Floridus‘ die übelriechende Schwester: die Hundskamille. Nur weil es keine Heilkräuter sind, werden sie nicht einfach umgetreten oder ausgerissen. Vielleicht freut sich noch ein Insekt über die Blüten oder Pflanzen in der Nachbarschaft über die Wurzeln.

Wilde blühende Kamille am Strand von Griechenland an einem Frühlingstag im Mai.

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