Zur Walpurgisnacht durch einen Kranz mit Gundelreben geschaut, entlarvt Hexen. Garantiert!

Kranz der Wahrheit

Der Blick durch einen aus Gundelreben gewundenen Kranz entlarvt Hexen.

Ein Kranz geflochten aus Gundelreben soll zur Walpurgisnacht die Fähigkeit besitzen, Hexen sichtbar zu machen. Der Blick hindurch auf das fragliche Mädchen soll der Überlieferung nach das Rätsel um die Person lösen. So oder ähnlich lautet eine der zahlreichen Geschichten, die über die Gundelrebe (Glechoma hederacea) erzählt werden. Wahrscheinlich nicht nur um Neugierigen die Mühe zu ersparen, schmückten Mädchen sich in der Vergangenheit oft mit Kränzen blühender Gundelreben.

In der letzten Nacht des Monats April pilgern die Hexen zum Brocken hinauf, um den höchsten Berg des Harzes mit ihren Tänzen von Schnee und Eis zu befreien. Das besagt eine der zahlreichen Legenden um die Walpurgisnacht. Auch abseits und unterhalb des norddeutschen Mittelgebirges ist traditionell in dieser Nacht viel los. Jede Region hat da ihre eignen Bräuche. Gefeiert wird fast überall und getanzt in den Wonnemonat Mai.

Weshalb nun ausgerechnet dem Gundermann oder der Gundelrebe magische Kräfte zugesprochen werden, bleibt wohl eher im Dunkeln. Eigentlich ist die Gundelrebe ein ganz harmloses Pflänzchen mit einem merkwürdig würzigen Aroma und hübschen violetten Blüten. In einem Punkt sind sich alle einig, die daran glauben: in der Gundelrebe lebt ein guter Pflanzengeist!

Ähnliche Beiträge

  • Blau wie Veilchen

    Legenden und Berichte über kuriose Gebräuche am Hof der Habsburger Monarchen gibt es reichlich. Die Geschichte im Umgang mit den Veilchen ist einfach nur lieb. Sobald sich die ersten violetten Blüten zeigten – so der Brauch – versammelte sich wohl der Hofstaat zu einem Ausflug in die Donauauen. Ziel war die Besichtigung der ersten Veilchenblüten….

  • Schöllkraut rehabilitiert!

    Beinahe unbemerkt gewinnt in diesen Tagen das zu Unrecht geschmähte Schöllkraut seine wohlverdiente Anerkennung zurück. Ganz und gar königlich in Szene gesetzt wurde es während der ersten Tage des Monats Mai. Als goldenes Blüten-Ornament schmückte das Schöllkraut vereint mit stilisierten Gänseblümchen, Acker-Gauchheil und Vergissmeinnicht das weisse Seidenkleid, das Königin Camilla zu ihrer und Charles III….

  • Menschen, die Koriander hassen.

    Die Welt feiert den „I Hate Coriander Day“ am 24. Februar Es sind die Zeichen unserer Zeit, dass wir offenbar nicht mehr in der Lage sind, unsere Gefühle differenziert zu äussern. So scheint das öffentliche Gefühlsleben nur noch zwischen emotionalen Superlativen wie Liebe oder Hass, Krieg oder Frieden zu schwingen. Abstufungen oder Zwischentöne scheinen mittlerweile…

  • Was Hildegard tatsächlich über den Dinkel sagte

    Dinkelkekse, Dinkelbrot, Dinkelnudeln, Dinkelbier sind in aller Munde. Dinkel gilt als die gesunde Alternative zum Weizen. Vor allem Menschen mit Verdauungsstörungen bevorzugen Backwaren aus dem Mehl des Dinkelkorns. Als Auslöser hinter diesen vermeintlichen Verdauungsstörungen wird oft das Klebeeiweiss Gluten vermutet. Tatsächlich ist im Dinkel wesentlich weniger Gluten als im Weizen enthalten. Wer bäckt, kann dies…

  • Glück und Geld

    Ein hoffnungsvoller Brauch mitten im Winter Blühende Zweige zu Weihnachten verheissen Geld und Glück im Neuen Jahr! Es ist ein alter Brauch. Wer am Heiligen-Barbara-Tag Zweige schneidet und ins Wasser stellt, kann am Heiligen Abend erfahren, wie das neue Jahr wird. Blühen die Zweige, wird es ein glückliches neues Jahr und an Geld soll es…