Ein Rondell mit blauen Schwertlilien.
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Iris – die Schwertlilie

Schwertlilie (Iris Germanica)

Die kunstvolle Blütenform der Deutschen Iris hat die Phantasie von Künstlern, Königen und Gartengestaltern schon von jeher angeregt. Ihre elegante und prägnante Blüten-Silhouette zierte die Wappen der französischen Könige. Der gute Walahfried Strabo mochte sie nicht in seinem Garten missen: einerseits ihrer Schönheit wegen, andererseits wurden zu seiner Zeit die zerriebenen Wurzeln gegen stechende Schmerzen in der Blase verwendet. Traditionell überliefert ist auch die Gabe der Wurzel an zahnende Kinder, was heute keine Anwendung mehr findet.

Ein Mittel gegen falsche Begierde und Fleischeslust

„Um Fleischeslust und Begierde in sich abzutöten“, findet sich in Hildegard von Bingens „Causae et Curae“ das Rezept einer entsprechenden Würztunke, bei dem Schwertlilienwurzel ein Bestandteil der Zutatenliste ist. Ihrer Meinung nach unterdrückt die kräftige Kälte der Iris die Lust. Das Rezept hat sie männlichen Leidenden gewidmet.

Mit dem Lauf der Zeit verschwand die Schwertlilie fast vollständig aus den Anwendungen in der Pflanzenmedizin. Heute hat sie fast keine Bedeutung mehr. Lediglich in der Diskussion über die Heilwirkungen wird sie mit anderen Pflanzen in Bezug gebracht. Über die Ursachen der erlangten Bedeutungslosigkeit lässt sich spekulieren. Fakt ist, sie ist ein sehr beliebter Gartenschmuck. Zahlreiche Züchtungen haben ihre natürliche Form und Beschaffenheit über die Zeiten eine grosse Vielzahl an Variationen beschert, was sich auch auf die Inhaltsstoffe ausgewirkt haben kann. Andererseits, kaum ein Garten wird heute ohne künstliche Dünger und Insektenbekämpfungsmittel bewirtschaftet. Möglicherweise stellt der Verbleib von chemischen Resten in den Wurzeln ein zu grosses Risiko gegenüber der Verwendung als Heilmittel dar.

Die Formvollendung der faszinierenden Blüten einer Schwertlilie oder auch Iris haben die bildenden Künste über die Jahrhunderte angeregt.

Die Heilwirkung der Schwertlilie wurde bisher in keiner Monografie der EMA/HMPC aufgenommen. Die Kommission E des BfArM erstellte eine Negativ-Monografie. Eine Vielzahl von Heilwirkungen wird mit dem Wurzelstock in Verbindung gebracht. Der Nachweis für die Wirksamkeit konnte nicht erbracht werden.

Belassen wir es bei der Freude beim Anschauen der merkwürdigen Blüten, und schätzen deren seelenstützende Wirkung. Übrigens: nur die blaublühenden Schwertlilien wurden für die Linderung von Leiden verwendet.

Inhaltsstoffe:

ätherisches Öl, Myristinsäure, Triterpene, Sesquiterpene, Naphtalin, Isoflavone, Schleimstoffe, Stärke

Wirkung:

schmerzstillend, schleimbildend, diuretisch

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