Majoran das Gewürz fürs Deftige
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Majoran – der Karrierist

Majoran (Origanum majorana)

Als Gewürz für deftige Fleischspeisen ist der Majoran ein guter alter Bekannter. Manche Wurstsorten würden ohne ihn überhaupt nicht schmecken. Daher ist er im Volksmund auch als Wurstkraut oder Bratenkräutel bekannt. Interessanterweise ist er in Deutschland das nach der Petersilie weitverbreiteste Gewürz.

Vom Garten in die Küche

Den Platz im Garten als Würzkraut musste sich der Majoran erst im Laufe der Zeit erkämpfen. Zu seiner teilweise wilden Verwandtschaft gehören der Echte Dost und das in der italienischen Küche beliebte Oregano. Einen Hinweis darauf liefert der lateinische Gattungsname Origanum. Obwohl er zum Teil als Liebeskraut gehandelt wurde, verdankt er seinen Aufstieg zur vielfach verwendeten Fleischwürze seinem unverkennbaren Aroma.

Der Majoran treibt Blähungen aus

Die Volksmedizin schätze ihn als Helfer gegen allerlei Zipperlein.  Noch im Dezember 1992 waren sich die Experten uneins und beschieden dem Majoran keinen ausreichenden Nachweis für die Wirksamkeit. Weitere vierzehn Jahre musste er auf seine späte Anerkennung als traditionelle Arzneipflanze warten. Die Zuerkennung beruht auf den Erfahrungen in der langjährigen Verwendung in den benannten Indikationen. Als Teezubereitung kann er zur symptomatischen Linderung von leichten krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden und bei Blähungen verwendet werden. Äussere Anwendunge durch Betupfen der betroffenen Haustellen können bei der Linderung gereizter Haut rund um die Nasenlöcher helfen.

Die in der durch die EMA/HMPC veröffentlichten Informationen können Sie unter diesem Link abrufen: Monografie Majoran (Origanum majorana L., herba)

Inhaltsstoffe:

ätherisches Öl, Flavonoide, Phenolglykoside, Gerbstoffe, Triterpensäuren

Wirkung:

krampflösend, schleimlösend, tonisierend

Gegenanzeigen:

Überempfindlichkeit gegenüber Pflanzen aus der Familie der Lippenblütengewächse.

Die Verabreichung als Tee an Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren wird nicht empfohlen.

Die äussere Anwendung auf der Haut ist bereits bei Kindern, die älter als 1 Jahr sind, möglich.

Sollten die Symptome länger als 1 Woche anhalten oder sich im Laufe der Einnahme verschlechtern, ziehen Sie bitte einen Arzt zu Rate.

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