Weg-Malven werden auch Käspappeln genannt. Die Fruchtstände erinnern an kleine Käselaiber - sozusagen das Miniformat des Babybel.
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Käsepappel – anspruchslos und schön

Käsepappel (Malva neglecta)

„Die Ignorierte“ ist die Übersetzung ihres lateinischen Namens ‚Neglecta‘. Tatsächlich wird sie häufig übersehen, am Wegesrand. Daher stammt wahrscheinlich auch ihr zweiter Name Weg-Pappel (Malva neglecta). Es gibt auch in den Kräuterbüchern der Volksmedizin Überschneidungen mit ihrer wesentlich eindrucksvolleren grossen Schwester. Alle Welt kennt die Wilde Malve (Malva sylvestris) und weniger ihre unscheinbarere Schwester, die Käsepappel (Malva neglecta). Ihre Blüten erfreuen im Spätsommer und Herbst. Inspiration für die Namensgebung der Pflanze waren wohl die Fruchtstände. Sie gleichen der Form kleiner Käselaibe in Miniaturausgabe. Einen sehr langen und guten Ruf besitzt die Käsepappel als Heilpflanze. In der Volksmedizin wird sie verwendet aufgrund ihrer schleimbildenden Inhaltsstoffe. Diese unterstützen die Linderung von Schleimhautreizungen im Hals-, Mund- und Rachenraum. Bevorzugte Verwendung finden hierbei nicht die Blüten sondern die Blätter in getrockneter Form für Kräutertees.

Zarte Blüten und Blätter mit heilender Wirkung

Der Schmäh über den Käspappel-Tee ist übermächtig. Völlig harmlos stehen sie am Wegesrand. Wirkungsvoll und universell sind sie in den Anwendungen. Übrigens, Käspappeln werden die Weg-Malven (Malva neglecta) genannt. Im Unterschied zur Wilden Malve (Malva sylvestris) sind die Blüten und Blätter zarter ausgebildet. Die Wegmalve hat sich zudem für einfarbige Blüten entschieden.

Blüten der Käsepappel

Die Wirkung der Blätter wird nicht in der Monografie des BGA/BfArM (Kommission E) bestätigt aber im Jahre 2019 durch die EMA/HMPC anerkannt. Das veröffentlichte Dokument können Sie hier einsehen Statement Malvae Folium.

Die Käsepappel oder Weg-Pappel (Malva neglecta) erfreute sich schon im Altertum einer grossen Beliebtheit. Ihre Früchte, die wie kleine Käselaibchen aussehen, wurden Zeiten von Armut zu Brei für Kinder verkocht. Als Farbstoff für Wolle und Lebensmittel eignen sich die schönen Blüten. Getrocknete Malvenblüten und -blätter werden gerne zur Farbgebung von Kräutertees beigemischt. Im Erkältungsfall sind sie dann häufig das Mittel der ersten Wahl. Die schleimbildenden Stoffe in ihren Blättern und Blüten wirken gleichmässig befeuchtend auf die Schleimhäute im Mund und Rachen. Sie helfen damit einen feuchten Film zu bilden, der die Funktion der Flimmerhärchen und der Sekretbildung erhält und verbessert.

Zwei wirkungsvolle Schwestern

Die europäische Arzneimittelbhörde (HMPC) schlussfolgerte, dass Zubereitungen mit Malven- und Käsepappelblättern zur Behandlung von Mund- oder Rachenreizungen und damit verbundenem trockenem Husten eingesetzt werden können. Auch bei leichten Beschwerden des Magens und des Darms können Teezubereitungen aus Käsepappelblättern zur Linderung der Beschwerden beitragen. Die Einstufung erfolgte als traditionelles Heilmittel.

Inhaltsstoffe:

Schleimstoffe, Malvin

Wirkung:

schleimbildend, reizlindernd

Gegenanzeigen:

Es kann zu Überempfindlichkeitsreaktionen auf die Inhaltsstoffe kommen.

Ärztlicher Rat ist erforderlich:

Magen- oder Darmbeschwerden, die während der Einnahme von Zubereitungen mit Käsepappelblättern länger als 2 Wochen bestehen, müssen durch einen Arzt abgeklärt werden.

Rachenreizungen oder Beschwerden im Mundraum, die nicht innerhalb 1 Woche abklingen oder sich unter der Einnahme von Käsepappel-Zubereitungen verschlimmern, bedürfen einer ärztlichen Behandlung.

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