Angelika – die Engelhafte

Die alte bekannte Heilpflanze Angelica wird auch Engelwurz genannt.

Angelika (Angelica archangelica)

Die Heilkräuterexperten sind sich beim Engelwurz relativ einig. Die Wurzeln der engelhaften Angelika verdienen in allererster Linie Würdigung wegen ihrer Bitterstoffe. Gerne wird um die pharmakologische Zuordnung des Engelwurz’ gestritten. Ursprünglich konzentrierte sich das Interesse an der Heilwirkung dieser hochwachsenden Pflanze auf die ätherischen Öle. Zunehmend geraten die Bitterstoffe in den Fokus der Diskussion um die Wirkungszusammenhänge bei Heilkräutern und -pflanzen. Wie so oft in der Pflanzenheilkunde scheint wohl eher das Zusammenspiel von Stoffen oder Stoffgruppen die lindernde oder heilungsfördernden Effekte zu bewirken. Amara aromatica ist der beschreibende Begriff für aromatische Bittermittel in der Kombination aus Bitterstoffen und ätherischen Ölen.


 “Ich esse, was mir schmeckt, und leide darnach, was ich kann.

MARTIN LUTHER


Die bekannteste verdauungsstimulierende Wirkung von Bitterstoffen ist der Digestif oder der Magenlikör nach einem reichhaltigen Essen. In vielen guten Rezepturen ist Engelwurz enthalten. Leider verliert die Tradition des Magenschnaps’ immer mehr an Bedeutung, wahrscheinlich wegen des Alkohols. Eine gute aber wenig beachtete Sitte bei unseren französischen Nachbarn ist, dass oftmals Gästen nach dem Essen eine Infusion – einen Kräutertee zum Verdauen – angeboten wird.

Im Zusammenhang mit der Darmgesundheit wird häufig auf den scheinbaren Zusammenhang von Fehlfunktionen des Magen-Darm-Traktes und von seelischen Verstimmungen hingewiesen. Auf die Spitze getrieben wird das durch die Auslobung von “Bitter macht fröhlich.” Logisch ist, dass jemand der über Übelkeit und Bauchschmerz klagt, sich nicht in bester seelischer Verfassung befindet. Wenn dann das richtige Mittel Linderung bringt, hebt sich auch die Stimmung. Jeder wird es kennen, das Hochgefühl nach dem Genuss seiner Leibspeise. Zwischen den beiden Seelenzuständen ‘Hoch und Tief’ befinden sich rund sieben Meter Darm, die mit einer gesunden Ernährung gut bei Laune gehalten werden können.

Kein Appetitzügler, sondern ein Verdauungshelfer

Angelikawurzel ist auch bekannt als Engelwurz. Wie schon der Name andeutet, werden die Wurzeln für die Zubereitung von Kräutertees, Tinkturen, alkoholischen und öligen Extrakten verarbeitet. Traditionell werden damit Beschwerden im Magen-Darm-Bereich kuriert. Beschrieben ist die Wirkung bei Appetitlosigkeit, Magen-Darm-Krämpfen, Blähungen und Völlegefühl.

Entgegen der Monografie des BGA/BfArM (Kommission E) und der Empfehlung der ESCOP bestätigt die HMPC die Wirkung und Verwendung aktuell nicht.

Achtung: Verwechslungsgefahr!

Eine weitere enge Verwandte der Angelika ist der sogenannte Brustwurz oder auch Waldengelwurz. Er hat nicht die heilende Wirkung und hat nicht den typischen aromatischen Geruch. Gefährlich können Verwechslungen mit dem giftigen Riesenbärenklau sein. Die Berührung der Blätter führt in der Regel zur Schädigung der Haut. Sicher hingegen sind Züchtungen in Gärten oder der Bezug durch eine Apotheke.

Gegenanzeigen:

Die Einnahme von Engelwurz erhöht die UV-Lichtempfindlichkeit bei Sonnenbädern. Bei der Verwendung von Angelika (Engelwurz) sollten lange Sonneneinstrahlungen auf die Haut vermieden werden!

Inhaltsstoffe:

ätherisches Öl, Kumarine, Furanokumarine, Phenolcarbonsäuren, Harz

Wirkung:

krampflösend, galletreibend, Magensaftsekretion treibend