getrocknete Süssholzwurzel
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Süssholzwurzel – die pflanzliche Basis für Lakritz

Süssholz (Glycyrrhiza glabra), Süssholzwurzel (Liquiritiae radix)

Süßholz kann man einfach kauen, falls man etwas Süsses mag und gerne auf den Zucker dabei verzichtet. Nach und nach entweicht dem Hölzchen der Geschmack nach Lakritze. Durch Kauen und dem Einwirken von Speichel lösen sich die aromatischen Stoffe aus dem Süssholz. In ausgewählten Lebensmittelgeschäften kann man die kleinen Holzstöckchen kaufen. Tatsächlich sind die Süssholzwurzeln der Grundstoff für eine beliebte Süssigkeit. Der eingedickte Saft aus den Wurzeln bildet den Grundstoff für die allseits bekannte Lakritze. Tatsächlich ist es eine Süssigkeit auf pflanzlicher Basis, die mit Zucker und Geliermitteln zu schwarzen Schlangen oder mit farbigen aromatischen Überzügen zu bunten Würfeln verarbeitet wird.

Fruchtstände des Süssholzwurzelstrauches im herbstlichen Pharmaziegarten der TU Braunschweig.

Die Monografie des EMA/HMPC können Sie hier nachlesen: Monografie Süssholz-Wurzel (Glycyrrhiza glabra L., radix)

Bei Husten wirkt die Süßholzwurzel schleimlösend

Die ​Süßholzwurzel ist ein anerkanntes traditionelles pflanzliches Arzneimittel zur Linderung von Verdauungsbeschwerden, einschließlich dem Brennen und bei Dyspepsie (Übelkeit, Erbrechen, Völlegefühl, Aufstossen, Sodbrennen). In den Pflanzenteilen enthaltene Glyzyrrhizinsäuren scheinen die Zähflüssigkeit des durch die Magenschleimhaut produzierten Magensaftes zu erhöhen. Das ist ein wünschenswerter Effekt zum Schutz der Magen- und Darmwände bei entzündlichen Prozessen.

Bei erkältungsbedingtem Husten wirkt Süßhozwurzel schleimlösend. Vielfach wird es Teemischungen gegen Husten beigegeben, die ein wohlschmeckenden Bestandteil, der schleimlösend in den Luftwegen wirkt.

Aufgrund langjähriger Erfahrung in der Anwendung in den o. g. Indikationen wurde Süssholz die Anerkennung als Arzneipflanze zugesprochen.

Inhaltsstoffe:

Glyzyrrhizin, Flavonoide, Phytosterole, Kumarine

Wirkung:

entzündungshemmend, schleimhautprotektiv im Magen-Darm-Trakt

Gegenanzeigen: 

Von einer längeren Verwendung, die mehr als 4 Wochen übersteigt, wird abgeraten.

Beabsichtigen Sie die Anwendung bei Kindern und/oder Jugendlichen unter 18 Jahren, holen Sie unbedingt voher ärztlichen Rat ein!

Verzichten Sie bitte auf Süssholz-Präparate:

bei gleichzeitiger Einnahme von lakritzhaltigen oder auf Lakritz basierenden Medikamenten

bei Bluthochdruck , Nierenerkrankungen , Leber oder Herz-Kreislauf -Erkrankungen oder Hypokaliämie, da Sie empfindlicher auf die negativen Auswirkungen von Lakritze sind.

bei gleichzeitiger Anwendung mit Diuretika, Herzglykosiden, Kortikosteroide, Stimulans, Abführmittenl oder anderen Medikamenten, die Elektrolytstörungen verursachen können

Suchen Sie unbedingt einen Arzt auf, wenn:

die Beschwerden länger als 1 Woche anhalten,

Fieber, Atembeschwerden, eitriger Auswurf auftreten.

Suessholzwurzel ist die Basis für Lakritze.
Suessholzwurzel ist die Basis für Lakritze.

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