Das Circa Instans - Die erste grosse Drogenkunde des Abendlandes - in der Übersetzung von Konrad Goehl.

Das Circa Instans

Die erste grosse Drogenkunde des Abendlandes

Das wichtigste Kräuterbuch des Mittelalters in der Übersetzung aus dem Lateinischen von Konrad Goehl

Einen wesentlichen Beitrag zum besseren Verständnis mittelalterlicher Heilkunst hat Konrad Goehl mit seiner Übersetzung eines der einflussreichsten Kräuterbuches seiner Zeit geleistet. Das Ergebnis seiner beachtenswerten Arbeit ist kein Bilderbuch, auch keine Gebrauchsanweisung für Kräutermischungen und die Herstellung damals verwendeter Elixiere. Die Übersetzungen von Konrad Goehl gewähren überraschende und faszinierende Einblicke in das zu dieser Zeit vorhandene Wissen, die Praxis im Umgang mit Heilkräutern, den bekannten Risiken und liefert, wie man heute sagen würde, Beispiele der ‚best practice‘.

Das Buch ist eine ganz sachliche Erfassung des lateinischen Textes und in der Gegenüberstellung die Übersetzung ins Deutsche. Satz und Druck des im Deutschen Wissenschafts-Verlag erschienenen Buches wurden vollkommen unprätentiös in ein Paperbackformat mit Lackfolierung umgesetzt. Die übersetzten Texte sind sorgfältig und klar gegliedert, so dass sich die Inhalte sehr leicht erschliessen. Register und Verzeichnisse vereinfachen das Auffinden der beschriebenen Kräuter, Pflanzen, Mineralien oder Stoffe. Erläuterungsbedürftiges und Erklärungen findet sich leicht in zahlreichen Fussnoten. Zur übersichtlichen Gliederung bediente sich Konrad Goehl eines schematischen Duktus‘, indem er den deutschen Pflanzennamen mit dem damals verwendeten lateinischen Begriff nennt, die Primärqualitäten vorstellt, die Herkunft und die Wirkkraft erläutert, die Haltbarkeit erwähnt und letztendlich auf Anwendungsformen und Indikationen eingeht.

Das Spannendste am ‚Das Circa Instans‘ sind weniger die nicht unbekannten Anwendungsgebiete, sondern vielmehr die dringlichen Hinweise des Verfassers auf mögliche Fälschungen von Pflanzen und Rohstoffen, und wie diese zu erkennen seien. Auf der einen Seite ist es beinahe belustigend auf der anderen besorgniserregend, dass bereits vor mehr als 1000 Jahren sich die Heilkundigen mit professionell gefälschten Heilmitteln herumschlagen mussten.

Legendär ist noch heute der Ruf der einstigen Medizinschule von Salerno. Im 10. Jahrhundert wahrscheinlich von den Benediktinern vom Monte Cassino als Hospital gegründet, sollte sie für die kommenden Jahrhunderte die abendländische Medizin eine der ersten akademischen Ausbildungsstätten für Ärzte sein. Wissen wurde an dieser Stelle nicht nur in einem erstaunlichen Umfange gesammelt sondern auch ins Lateinische übersetzt weitergegeben. ‚Das Circa Instans‘ – das grosse Kräuterbuch – ist eines dieser Zeugnisse. Dank Konrad Goehl, eines der Gründungsmitglieder der Forschungsgruppe Klostermedizin an der Universität Würzburg, ist der Inhalt Lesern in deutscher Sprache zugänglich.

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