Ginseng – stärkende Wurzeln
Ginsengwurzel (Panax ginseng C.A.Mey., radix)
Der Asiatische Ginseng (Panax Ginseng) hat sich mittlerweile in der europäischen Pflanzenheilkunde fest etabliert. Das verdankt er vor allem dem in den 70er Jahren aufkommenden Interesses an der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Als Alternative zur Schulmedizin gewannen die Heilmethoden der TCM und ihre traditionellen Heilmittel zunehmend an Bedeutung in der westlichen Welt. Einige pflanzliche Arzneimittel der TCM entsprechen dem wachsenden Bedürfnis nach Stressmilderung und einer gleichzeitigen Steigerung geistiger Leistungsfähigkeit, auf natürlichem Wege. Dazu zählen auch die Wurzeln des Ginsengs (Panax ginseng, radix).
Ein kräftigender Exot
Waren es anfänglich alkoholische Getränke und die Verwendung als exotisches Küchengewürz, die dem Ginseng eine gewisse Bekanntheit verschafften. Mit zunehmenden Interesse an der Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) als alternative Heilmethode, schenkte man auch den heilenden Kräften der Wurzeln des Asiatischen Ginsengs (Panax ginseng, radix) immer mehr Beachtung. Mittlerweile ist das Angebot an Ginseng-Zubereitungen breit gefächert. Ginseng-Präparate werden in verschiedenen Darreichungsformen (Dragees, Pillen, Kapseln, Pulver, Tinkturen) in Drogerien und Apotheken und als Nahrungsergänzungsmittel angeboten. Meist werden sie als Immunstimulanz und Stressreliefer beworben.
Weit gereist und wohlbehütet
Langwierig und mühevoll ist der Anbau von Asiatischen Ginseng (Panax Ginseng). Erst nach vier bis sechs Jahren sind die Wurzeln des Ginsengs erntereif. Volle sechs Jahre benötigen die Ginsengpflanzen zur Bildung eines breiten Spektrums an Ginsenosiden in ihren Wurzeln. Mehr als 30 sollen es dann sein. Nur wenigen landwirtschaftliche Betriebe in unseren Breiten gelingt der erfolgreiche Anbau der Heilpflanze aus Fernost. Die Hauptanbaugebiete liegen in Südostasien. Vorzugsweise sind es die humusreiche Böden im bewaldeten Bergland des nordöstlichen Chinas und im nördlichen Korea. Als mittlerweile kultivierte Waldpflanzen benötigt Ginseng Schatten, gleichmässige Feuchtigkeit und ein ausgeglichene klimatische Bedingungen.
Asiatischer Ginseng (Panax Ginseng) gilt in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) als universelles Tonikum und Stärkungsmittel für Körper und Geist. Eine verbesserte Stressresistenz, Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit und der Libido sollen sich mit der Einnahme von Ginseng-Wurzel-Präparaten erzielen lassen. Er gilt als Mittel fürs allgemeine Wohlbefinden und Langlebigkeit. Sogar zur Gesichts- und Hautpflege sollen sich Ginsengwurzeln eignen.
Ein Tonikum bei nachlassenden Kräften
Aus europäischer Sicht geniessen Ginsengwurzeln (Panax ginseng C.A.Mey., radix) die Anerkennung als traditionelles pflanzliches Arzneimittel gegen Symptome von Asthenie wie Müdigkeit und Schwäche. Asthenie wird als Kraft- und Antriebslosigkeit, sowie ausgeprägte körperliche und psychische Schwäche beschrieben. Sie tritt meist als Begleitsymptom oder Folge ernsthafter körperlicher Erkrankungen auf. Die Einnahme von Ginseng-Präparaten im Zusammenhang von Erkrankungen sollte nicht ohne Absprache mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt erfolgen. Ginseng-Präparate können mit anderen Medikamente interagieren, d.h. deren Wirkung verstärken oder abschwächen und u. U. unerwünschte Arzneimittelwirkungen provozieren.

Die Monografie der EMA/HMPC zur Ginsengwurzel (Panax Ginseng radix) können Sie unter dem Link aufrufen.
Zur Linderung der Symptome eignen sich sowohl Zubereitungen aus rotem als auch weissen Ginseng. Weisser Ginseng sind die Bestandteile unbehandelter getrockneter Wurzeln. Roter Ginseng wurde vor dem Trocknen mit heissem Wasserdampf behandelt und gilt als länger haltbar. Dabei lässt sich die Einnahme nach persönlichen Vorlieben und Möglichkeiten gestalten. Pulver, Tees, Trockenextrakte, sowie flüssige Zubereitungen werden in der offiziellen Monografie der Europäischen Arzneimittelbehörde genannt.
Inhaltsstoffe:
Ginsenoside, Polysaccharide, Polyacetylene, Phenolcarbonsäuren, ätherisches Öl
Wirkung:
adaptogen, entzündungshemmend, antioxidativ
Gegenanzeigen:
Kindern und Jugendlichen im Alter unter 18 Jahren wird nicht zur Einnahme geraten.
Schlaf- und Verdauungsprobleme, wie Durchfall, Bauchschmerzen, Obstipation werden beschrieben.
Berichtet wird von Wechselwirkungen mit gerinnungshemmenden Medikamenten, Aspirin, anderen nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR), Kortikosteroiden, Digoxin, Therapien mit Östrogenen, Monoaminoxidase-Inhibitoren (MAOI) und Diabetes-Medikamenten.
Verschiebungen in der Spiegelkonzentration bei der Einnahme von Imatinib und Raltegravir können nicht ausgeschlossen werden und schädigend auf die Leber wirken.
Vorsicht ist bei der gleichzeitigen Einnahme von Amiodaron oder Thioridazin geboten um Unregelmäßigkeiten im Herzrhythmus zu vermeiden.
Quellen:
https://www.springermedizin.de/bundesgesundheitsblatt-gesundheitsforschung-gesundheitsschutz-5-/17941020; gelesen 20.03.2026
Pschyrembel; 267. Auflage, De Gruyter Verlag Berlin, 2017
https://www.msdmanuals.com/de/heim/spezialthemen/nahrungsergänzungsmittel-und-vitamine/ginseng; gelesen 20.03.2026
https://www.ema.europa.eu/en/documents/herbal-report/final-assessment-report-panax-ginseng-camey-radix-revision-1_en.pdf; gelesen 17.06.2025
