Ingwer – die Wurzeln des Rotschopfes
Ingwer (Zingiber officinale)
Die scharfe Knolle ist ein beliebter Geschmacksgeber für Erfrischungs- und Heissgetränke. Ginger-Ale ist wohl das bekannteste Kaltgetränk. In Scheiben geschnitten, aufgebrüht als heisser Tee ist er sehr beliebt bei „anfliegenden“ Erkältungen oder grippalen Infekten. Tatsächlich bewirken die ätherischen Öle eine vermehrte Durchblutung in den Kapillaren, was als Erwärmung des Körpers wahrgenommen wird. Das führt zu einer spürbaren Verbesserung des Wohlbefindens.

Für Gärtnerinnen und Gärtner sind die typischen roten Blüten meistens nur ein schönes Beiwerk. Ihr Interesse gilt den scharfen Knollen.
Geeignet zum Gebrauch als Gewürz oder als Heilmittel sind die weisslichen Wurzelstöcke. In der indischen oder auch der ostasiatischen Küche ist Ingwer begehrt wegen seiner milden Schärfe. Die orange-gelbe Blüte der in den Tropen beheimateten Ingwerpflanze assoziiert im englischen Sprachgebrauch die Bezeichnung für rothaarige Menschen – Ginger.
Ingwer gegen die berüchtigte Reisekrankheit
Ingwerwurzeln sind geeignet bei Erwachsenen im Falle einer befürchteten Reisekrankheit zur vorbeugenden Anwendung. Die Inhaltsstoffe der Ingwerwurzel wirken der Übelkeit und gegebenenfalls dem Brechreiz entgegen. Nicht eindeutig konnte bisher die Wirkungsweise von Ingwer auf den Magen-Darm-Trakt geklärt werden. Aktuell wird davon ausgegangen, dass die Kontraktion der glatten Magen-Darm-Muskulatur beeinflusst wird. Das heisst, bestimmte Rezeptoren, die für die Serotonin-Aufnahme zuständig sind, werden durch die Inhaltsstoffe des Ingwers blockiert. Könnte der Botenstoff Serotonin an diese Rezeptoren andocken, wäre es der Auslöser für Übelkeit und Erbrechen.
Empfohlen zu Heilzwecken wird die Einnahme von pulverisierter Ingwerwurzel oder entsprechenden in Apotheken erhältlichen Präparaten. Natürlich kann durchaus auch der Versuch mit den altbekannten Ingwertee ausprobiert werden.
Zur Vorbeugung der Reisekrankheit sollte bei Erwachsenen die maximale Dosis von 750 mg nicht übersteigen. Eine Überdosierung hat eine gegenteilige Wirkung und verstärkt das Unwohlsein und die Beschwerden im Magen-Darm-Trakt. Empfohlen wird die Einnahme bereits eine halbe Stunde vor Reiseantritt. Bei Kindern im Alter zwischen 6 und 12 Jahren sollte die maximale Dosis 500 mg nicht überschritten werden. Auch hier ist die Gabe innerhalb einer halben Stunde vor Reiseantritt angezeigt.

Die detaillierten Informationen über die Heilwirkungen des Ingwers können in der Monografie unter dem folgenden Link nachgelesen werden: Monografie Ingwer (Zingiber officinale, rhizoma)
Die Wurzel kann weit mehr
Anerkannt als traditionelles pflanzliches Arzneimittel zur symptomatischen Behandlung leichter gastrointestinaler Beschwerden waren die Ingwerwurzeln (Zingiber officinale, rhizoma) schon seit Langem. Darüber hinaus wurde die Anerkennung nun um folgende Indikationen ergänzt:
- leichte, krampfartiger Magen-Darm-Beschwerden mit Blähungen und Flatulenz
- zur Anwendung bei vorübergehenden Appetitverlust
- Erkältungssymptome lassen sich abmildern
- kann hilfreich und unterstützend wirken bei leichten Gelenkschmerzen.
Inhaltsstoffe:
ätherisches Öl, Borneol, Calcium, Cinerol, Eisen, Gingerol, Harzsäuren, Kalium, Magnesium, Natrium, Phosphor, Shogaole, Vitamin C
Wirkung:
antibakteriell, virustatisch, antiemetisch
Gegenanzeigen:
Kinder unter 6 Jahren sollten nicht mit Ingwerwurzel-Präparaten behandelt werden. Auch Schwangere sollte von der Anwendung Abstand nehmen.
Verschlimmern sich die Symptome unter Einnahme von Ingwerwurzel-Präparaten oder halten sie länger als 5 Tage an, ist die Konsultation eines Arztes erforderlich.
