Kahle Stämme und bunte Blätter am Boden. Herbststimmung im Schweriner Schlosspark.

Saft- und kraftlos durch den Herbst?

Mehr Power und Schub mit Adaptogenen – den kraftbringenden Heilpflanzen!

Kein Wunder, wenn wir jetzt den Elan des Sommers vermissen. Die warmen und sonnigen Tage sind vorüber. Abends wird es früher dunkel, und die Nächte werden kalt. Das kostet wieder mehr Kraft und Energie als in den Tagen, wenn uns die Sonne sie schenkte. Morgens heisst es meist, raus ins kalte Dunkel. Antriebslosigkeit und gedrückte Stimmung kennzeichnen für viele Mitmenschen diese Tage. Das aufregend Bunte des Herbstes und die wilde Kraft seiner Stürme können nicht darüber hinwegtäuschen, dass er ein Vorbote des Winters ist.

Schlechtes Wetter ist keine Ausrede!

Wie konnten die Wikinger eigentlich so lange erfolgreich sein? Dabei hatten sie reichlich Stress und körperliche Belastungen, waren oft auf Reisen, mussten kämpfen, überfallen und erobern. Das Leben war bekanntlich wenig komfortabel. Die Fussbodenheizung funktionierte hunderte Jahre nicht. Ihre Feste feierten sie ausgelassen mit reichlich Met und anderem Gesöff. Nebenbei sollten sie auch noch Kinder zeugen, die es später grosszuziehen galt. Und dann das nordische Wetter! Wie auch immer, ihnen konnte der ganze Stress nichts anhaben. Vielleicht lag es an einer Pflanze, die nicht direkt bei ihnen vor der Haustür wuchs?

Das Geheimnis der goldenen Wurzel

Die Druiden oder wer bei den Wikingern fürs Sammeln von Heilkräutern zuständig war, musste sich in steiniges Gelände begeben, um die ‚Goldene Wurzel‘ des Rosenwurz (Rhodiola rosea) auszugraben. Auch wenn der Rosenwurz mittlerweile vermehrt in Vorgärten als Schmuckpflanze anzutreffen ist, seine Herkunft sind die rauhen kalten Weiten der Tundra und steinige Halden Skandinaviens. Vielleicht sind es die Umweltbedingungen seiner Herkunft, die ihm den Ruf verliehen, eine Pflanze zu sein, welche die Widerstandsfähigkeit stärkt. Auch wenn die Studienlage dünn ist, der Rosenwurz konnte sich seinen Ruf als adaptogene Pflanze erfolgreich bewahren. Wirksam soll er sein bei mentalem Stress, Erschöpfung und Angstzuständen. Dabei ist seine stimulierende Wirkung weder aufputschend noch schlaffördernd.

Fernöstliche Weisheiten

Die ‚menschenähnlichen‘ Wurzeln des Ginseng (Panax ginseng) sind in der traditionellen chinesischen Medizin eines der gängigsten Mittel zur Wiederherstellung von körperlichen und geistigen Kräfte nach Anstrengungen, bei Stress oder viralen Infekten. Vielen gelten sie als Sinnbild für Gesundheit und ein langes Leben. Das sind nicht die alleinigen Gründe, weshalb Ginsengwurzeln sich in Ostasien im Allgemeinen einer grossen Beliebtheit erfreuen. Im Reich der Mitte zählen die Menschen die Ginsengwurzel zu den „Drei Schätzen Nordostchinas“. Der beste Ginseng soll in den Wäldern des Changbai-Gebirges gedeihen, wo das Klima und die vorherrschenden Bodenverhältnisse besondere Qualitäten hervorbringen. Eine hohe Wertschätzung geniessen die aromatischen Wurzeln in der asiatischen Küche. In Europa hingegen kennt man sie nur als Aromastoff für Getränke, die zum Abschwächen alkoholischer Drinks dienen In Fernost hingegen schätzen die Menschen Teeaufgüsse mit den Ginseng-Wurzeln nicht nur als Durststiller oder wegen des Genuss‘. Der Ginseng-Tee ist ein Stress-Reliefer, der die Konzentrationsfähigkeit und Denkleistung verbessert. Zudem wird den Wurzeln eine immunstimulierende Wirkung zugeschrieben – also genau das Richtige für den Herbst!

Radfahrerin im herbstlich vernebelten Schlosspark in Schwerin.

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