Wilde Karde – die vielfach Unbestätigte

Die wilde Karde ist wunderschön. Viele Heilwirkungen werden ihr nachgesagt. Keine ist bestätigt.

Wilde Karde (Dipsacus sativus L.)

Von der Karde finden sich in der Literatur eine Menge Heilwirkungen, die ihr zugeschrieben werden. Umschläge aus Blättern der Karde wurden in der Vergangenheit gegen Bauchfluss, Eiterknoten und Wundrosen. angewendet.

Ein Kardenumschlag auf das geschorene Haupt hilft Kranken, die an Hirnwut leiden

Das Circa Instans; K. Goehl

Die Suche nach tiefergehenden Informationen wird leider nicht belohnt. Die Karde ist eine typische Pflanze der Volksmedizin. Ihre Anwendungen sind tradiiert und wenig erforscht. Aus diesem Grund werden sie hier auch nicht erwähnt. Erstaunlicherweise hielt sich selbst die gelehrige Hildegard von Bingen bei der Beschreibung der Karde kurz. So vermerkte sie: „Die Karde ist heiss und trocken.“ Lediglich ihre Verwendbarkeit bei Ausschlägen führt sie auf und deren Anwendung bei Vergiftungen.

Monografien wurden weder von der Kommission E noch von der europäischen Organisation EMA/HMPC verfasst.

Die Wilde Karde ist aus Fokus der Pflanzenheilkunde verschwunden. Mit viel Glück findet sie sich in botanischen Gärten oder auf randständigen Wiesen.