Heilpflanze des Jahres 2020: Die Wegwarte

Zur Heilpflanze des Jahres 2020 wurde die Wegwarte gewählt.

Feldwegwarte, Sonnenwirbel, Zichorie, Wegleuchte, Wegwartz oder Hundslauf: alle meinen den blaublühende Blütenstern vom Feldrand

Bereits in der Mitte des Jahres 2019 kürte der Verein zur Förderung der naturgemäßen Heilweise nach Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus e.V. die Wegwarte (Cichorium intybus) zur Heilpflanze des Jahres 2020. Nun heisst es geduldig sechs Monate warten, bis sie sich mit ihre blauen Blüten zeigt. Allerdings liegen ihre heilenden Kräfte nicht in den Blüten sondern in den Wurzeln.

Die Zukunft im Kaffeesatz oder aus der Zichorie lesen

In der lateinischen Bezeichnung der Wegwarte ist ein weiterer geläufiger Name für die Pflanze verborgen. Vor allem ältere Mitmenschen werden sich noch an Zichorien-Kaffee erinnern. Aus den Wurzeln der Wegwarte wurde im vergangenen Jahrhundert ein koffeinfreier Kaffeeersatz hergestellt. Die Wurzeln wurden geröstet und es wurde ein malziges, bitteres Aroma freigesetzt. Interessanterweise wurde der Kaffee-Ersatz aus Zichorien gerne getrunken, weil er magenfreundlich war. Auf das Koffein konnte man damals noch verzichten.

Was den Kaffeeersatz bitter macht, ist das Inulin. Es ist ein Polysaccharid, was bei der Nahrungsaufnahme erst im Dickdarm resorbiert werden kann. Daher spielt es beim Blutzuckerstoffwechsel eine untergeordnete Rolle. Die Lebensmittelindustrie nutzt es als Stärkeersatz für die Veredlung von Milchprodukten und Wurstwaren.

Die Züchtungen sind Geschmackssache

Obwohl kaum Ähnlichkeit besteht, sind der Chicorée und der Radicchio Abkömmlinge der aufragenden Schönheit vom Feldesrand. Was sie gemeinsam haben, ist die leicht bittere Note. Nicht jeder mag das. Dennoch sind gerade die leicht bitteren Gemüse beliebt. Die Bitterstoffe haben offensichtlich eine mild verdauungsfördernde Wirkung. Nach dem fetten Festtagsbraten können die feinbitteren Salatblättchen eine kulinarische Alternative zu Tees, Tabletten oder anderen Kuren sein.

Sie ist eine ausgesprochene Bauchheilerin

In den Wurzel der Wegwarte steckt wahrlich eine Apotheke gegen dyspeptische Beschwerden: Bitterstoffe, Inulin, Cichoriin, Gerbsäure, ätherisches Öl. Jedes für sich könnte bei Verdauungsbeschwerden hilfreich sein. Allerdings macht auch hier wie so oft in der Pflanzenheilkunde die Kombination der Inhaltsstoffe die Wirkung. „Durch die Aktivierung der Verdauungssäfte ist die Wegwarte bestens geeignet für eine reinigende Frühjahrskur“, meint Konrad Jungnickel vom NHV Theophrastus.