Es lockt der Linden süsser Duft …

Die Sommerlinde blüht rund zwei Wochen früher als die Winterlinde.

Fast nur noch ältere Leute der alten Schule sammeln die einst so beliebten Lindenblüten. Sie haben ganz recht und mögen nur treu und konservativ bleiben.

Kräuterpfarrer Sebastian Kneipp

Das Vorurteil des Kräuterpfarrers Kneipp hat erfreulicherweise nicht Bestand. Die Apotheke vor der Haustür entdecken immer mehr jüngere Menschen. Spätestens wenn wieder die Nebenwirkungen von Paracetamol und Grippemitteln in den Medien diskutiert werden, setzt die grosse Nachfrage auf die altbekannten Hausmittel ein. Jeder wird sich glücklich schätzen, wenn dann der einfache Griff zum Küchenschrank reicht, falls es mal wieder im Hals kratzt oder die Nase läuft.

Spass nach Feierabend

Ein kurzer Spaziergang reicht und das Gepäck ist leicht. Benötigt werden nur ein luftiger sauberer Baumwoll- oder Jutebeutel und eine Schere. Ideal zum Sammeln von Lindenblüten sind Bäume, die nicht an vielbefahrenen Strassen stehen und nicht von Staub und Abgasen belastet sind. Die Lindenblüte erfolgt in zwei Wellen. Zuerst blühen die Sommerlinden (Tilia platyphyllos) mit drei bis fünf trugdoldigen Ebensträussen. Cirka 14 Tage später folgen die Winterlinden (Tilia cordota) mit wesentlich reichhaltigeren (5-11) Blütensträussen, die allerdings kleiner sind. Zur Ernte sei der Nachmittag empfohlen. Bis Mittag trockenen die Blätter und Blüten. Am Nachmittag sind Blüten und Blätter mit Sonne und Nährstoffen vollgesogen. Sonnige und trockene Tage sind die Besten zum Sammeln.

Die Guten ins Töpfchen

Die gesammelten Blüten werden locker auf einer trockenen, sauberen und saugfähigen Unterlage ausgebreitet (Küchenflies). An einem luftigen und sonnigen Ort gelingt die Trocknung schnell. Knospen und Früchte enthalten keine Wirkstoffe und sollten daher nicht im Aufbewahrungsglas landen. Lassen sich die getrockneten Blüten mit den Fingerspitzen zerkrümeln, werden sie trocken, luftdicht und im Dunkeln verstaut.

Abschalten und Teetrinken

Nicht immer muss es eine Erkältung sein, die zum Glas mit den getrockneten Lindenblüten greifen lässt. Der Geschmack eines guten Lindenblütentees ist aromatisch mit einer leichten Honignote. Es ist der ideale Kräutertee zum Luftholen: er beruhigt, wirkt zudem angst- und stresslösend und fördert einen ruhigen Schlaf. Das Auslösen des Schwitzens soll angeblich erst bei den Symptomen einer Erkältung sich einstellen.

Viel Spass und Erfolg beim Sammeln und Trocknen!

Auf einer sauberen und saugfähigen Unterlagen an einem luftigen und sonnigen Ort trocknen die Lindenblüten am besten, bevor sie bis zur kalten Jahreszeit im Dunkeln verschwinden.

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