Ein gesunder Bauch tut’s auch!

Ein guter Bauch tut es auch. Abwehrkräfte bietet nicht nur ein steinharter Sixpack.

Mit Kräutern bekommt man sein Fett nicht weg – mit Sicherheit! Die Völlerei der Feiertage hingegen lässt sich mit ihnen sehr gut überstehen.

Die Angebotsvielfalt und Auswahl an schlankmachenden Tees – bzw. Produkten, die es versprechen – ist riesengross. Allzu verlockend klingt die Formel: ich nehme etwas zu mir, und nehme dadurch ab. Folgt man der Logik, dass gegen alles ein Kraut gewachsen ist, sollte doch zumindest eins für die Gewichtsabnahme dabei sein. Beim Betrachten der eigenen Fettpölsterchen nach den Feiertagen fallen einem garantiert nicht all die Köstlichkeiten ein, die nun in Gestalt wuchernder Pfunde die Gürtellinie zieren. Vielmehr verlieren sich die Gedanken an Kleidungsstücke, die man mit der momentanen Fülle nicht mehr tragen kann, oder das Handtuch, das beim nächsten Saunabesuch sich nicht mehr um die Taille schlingen lässt.

Abnehmen mit Kräutertees. Geht das?

Im Vergleich der Zutatenlisten von so bezeichneten Abnehm-Tees fällt auf, dass es sich in den meisten Fällen um eine Kombination von ausschwemmenden Kräutern, Teesorten mit belebender Wirkung, abführenden Kräutern bzw. verdauungsfördernden Pflanzenbestandteilen handelt. Wird mit der Einnahme eines solchen Tees eine Gewichtsreduktion erzielt, handelt es sich um einen kurzzeitigen Effekt oder eine Funktionsverbesserung der Verdauung. Das sogenannte „Abschmelzen“ des Körperfettes können die Zutaten der untersuchten Kräuter-Tees leider nicht bewirken. Die einzigen beiden wirklich wirksamen Alternativen sind sportliche Bewegung und eine Anpassung bzw. Reduktion der Essgewohnheiten.

Gewarnt sei an dieser Stelle vor Produkten, die damit werben, den Stoffwechsel zu optimieren und dabei in den Blutzuckerhaushalt regulierend eingreifen zu wollen! Der Blutzuckerstoffwechsel ist eine sehr sensibler und komplexer hormoneller Prozess. Zum Wohle der eigenen Gesundheit sollte die Verwendung den Blutzucker beeinflussender Produkte oder Pflanzen nur ausschliesslich unter ärztlicher Kontrolle erfolgen!

Ausschwemmen von Schadstoffen. Warum nicht?

Ein Evergreen in den Frauenzeitschriften am Beginn eines jeden neuen Jahres sind neben den Diäten, die Entgiftungs- oder auch Detox-Kuren. Das Ausschwemmen von Schadstoffen aus dem Körper ist lebensnotwendig. Es geschieht tagtäglich rund um die Uhr. Beim gesunden Menschen erledigen das zwei bohnenförmige, beidseits an der Wirbelsäule gelegene Organe: die Nieren. Sie filtern täglich eine Kapazität von rund 178 Litern Flüssigkeit und produzieren durchschnittlich 1,5 Liter Urin mit allen gefilterten Schadstoffen. Beim Versagen der Nieren droht der menschliche Organismus zu vergiften.

Brennnessel (Urtica)

Entwässernd und ausschwemmend wirken beispielsweise die in den Blättern der Brennnessel enthaltenen Kaliumsalze. Tatsächlich verursachen sie eine erhöhte Harnproduktion. Das führt zum vermehrten Abtransport von Schadstoffen und Keimen aus dem Körper. Tritt der gewünschte Gewichts-verlust ein, ist das der vermehrten Ausscheidung von Wasser geschuldet.

Frische Brennnesseln als Gemüse oder Tee sind ideal für die Frühjahrskur!

Insbesondere während Anwendungen mit Brennnessel muss auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und Wiederaufnahme von Mineralien geachtet werden. Bei vermehrter Flüssigkeitsaufnahme füllen sich die Wasserspeicher im Körper wieder auf, was den ‚Abnehm-Effekt‘ egalisiert. An der Fettmasse wird sich nichts ändern. Lediglich mittels körperlichen Trainings können die körpereigenen Wasserspeicher beeinflusst und die Wassermenge über einen grösseren Zeitraum langsam dem tatsächlichen Bedarf angepasst werden.

Motiviert, statt müde und matt.

Jede Diät schwächt den Körper. Sie entzieht ihm Nährstoffe, die sonst mehr oder weniger im Überfluss zur Verfügung stehen. Während dieses Prozesses aktiviert der Körper seine eigenen Reserven. Fatalerweise entfällt die mit der Nahrungsaufnahme verbundene Serotoninausschüttung. Dem Belohnungszentrum im Hirn fehlt die gewohnte Dosis Serotonin. In Folge sinken die Stimmung und Motivation. In diesen Situationen kann die belebende Wirkung von Coffein, Teein oder ätherischen Ölen weiterhelfen. Sie werden als willkommene Unterstützung erkannt, die hilft, das Tief zu überbrücken – man bleibt sozusagen ‚im Gang‘. Gerne genutzt werden dafür in den Teemischungen Grüner Tee, Weisser Tee, Pu-Er-The oder auch die südamerikanische Mate.

Melisse (Melissa officinalis)

Die Melisse ist eines der typischen ausgleichenden Kräuter. Sie wirkt im gleichen Masse belebend und beruhigend. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sie sich in schlankmachenden Tees wiederfindet. Im Vergleich zur aufputschenden Wirkung von Mate und Grünem Tee ist die Melisse ein Mauerblümchen für sanfte und sensible Naturen.

Die kleine zarte Melisse ist ein wahres pflanzliches Kraftwunder. Ihre tonisierende Wirkung ist unschlagbar.

Während der Recherche zu diesem Thema fiel auf, dass einige Produkte das stimmungsaufhellende Johanniskraut verwenden. Hierbei sei angemerkt, dass für einen spürbaren Wirkungseintritt von Joahnniskraut ein Einnahmezeitraum von zwei Wochen notwendig ist. Weiter sei darauf hingewiesen, dass Johanniskraut im Zusammenwirken mit Medikamenten unerwünschte Arzneimittelwirkungen auslösen kann. Was gut gemeint ist, muss nicht immer gut sein!

Einfach förderlich für eine gute Verdauung.

In den Zusammensetzungen der untersuchten Schlankheitstees finden sich meistens auch Kräuter, die abführend wirken. Der Effekt ist nachvollziehbar. Der Bauch von Menschen mit harten und trägen Stuhlgang ist meist gewölbt, gebläht, und sie selbst fühlen und empfinden die unangenehme Spannung. Eine zügige Verdauung staut nicht den Speisebrei im Darm und belastet nicht den Organismus. Für Sportler übrigens, ist die regelmässige und zügige Darmentleerung wichtig, um ihre Leistungsziele zu erreichen. Ein gefüllter Magen-Darm-Trakt hat nicht nur Gewicht, sondern schränkt auch die Bewegungen ein.

Ganz ohne Diätenstress lassen sich das gesamte Jahr über, die Verdauungs- und Darmfunktionen auf natürliche Weise aktivieren und unterstützen.

Artischocke (Cynara cardunculsu)

Gemüse, Feinschmeckerkost und Heilkraut, drei beachtliche Eigenschaften vereint das Distelgewächs aus dem Mittelmeerraum in sich. Obwohl die langfaserige Struktur der Artischockenböden hervorragende Eigenschaften für eine ballaststoffreiche Ernährung besitzen, liegt das Hauptaugenmerk auf den Blättern der Artischocke. Ein pflanzlicher Wirkstoff namens Luteolin ist ihnen enthalten. Forschungsergebnisse verweisen auf seine lipidsenkenden Eigenschaften, d.h. er kann Fettstoffwechselstörungen positiv beeinflussen. Über antioxidative und zellschützende Eigenschaften für die Leber verfügen ebenfalls in den Blättern enthaltene Phenole. Die Bitterstoffe der Artischocke sind begehrte Rohstoffe für Magenbitter und -liköre, weil sie bei Verdauungsstörungen wie Blähungen, Übelkeit und Bauchschmerzen schnell die Probleme dämpfen können.

Die Knospen der Artischocke werden lange vor dem Aufblühen geerntet. Essbar sind die Blütenböden und die Ansätze der einzelnen Hüllblätter.
Artischocken sind mittlerweile als Luxus-Gemüse avanciert. Ihre relativ geringe Menge an essbarer Substanz sättigt mehr, als man ihr zutraut.

Fenchel (Foeniculum vulgare)

Eines der bekanntesten und bekömmlichsten Mittel gegen Schmerzen, Krämpfe und Beschwerden im Oberbauch sind Fenchelsamen. Wenn auch dem Kümmel das grössere Wirkpotenzial zugesprochen wird, ist der Fenchel geschmacklich klar im Vorteil. Bereits Hildegard von Bingen schätzte ihn überaus. Seine ätherischen Öle wirken in allererster Linie krampflösend. Das lindert Schmerzen und zum grossen Teil funktionelle Behinderungen der Darmbewegung. Die Zubereitung als Tee ist einfach. Vielfach ist Fenchelsamen Bestandteil von Magen-Darm-Tees.

Werden die Fenchelsamen mit dem Mörser zerstossen, setzen sie beim Überbrühen viel besser die ätherischen Öle frei.
Werden die Fenchelsamen bei der Teebereitung vor dem Überbrühen mit heissem Wasser mit dem Mörser zerstossen, setzen sie beim Überbrühen viel besser die ätherischen Öle frei.

Ingwer (Zingiber officinalis)

Wegen seiner belebenden Schärfe ist Ingwertee während der kalten Jahreszeit sehr beliebt. Vielfach wird er in erster Linie als Erkältungsmittel eingesetzt. Tatsächlich wirkt Ingwer sehr gut auf die Darmperistaltik. Seine ätherischen Öle regen die Darmbewegungen an, was die Verdauung in Schwung bringt. In Untersuchungen zeigte sich, dass die Entleerung des Magens nach Mahlzeiten mit Ingwer beschleunigen liess. Nach einem reichlichen Essen kann ein heisser Ingwertee das Magendrücken beenden und das Völlegefühl aufheben.

Ingwerknollen sind die Geschwister des Galgant. Aus der asiatischen Küche sind sie nicht wegzudenken.
Ingwerknollen sind die Geschwister des ebenfalls heilkräftigen Galgants. Was wäre die asiatische Küche ohne die Schärfe des Ingwers?

Schafgarbe (Achillea millefolium)

Sehr oft wird die Schafgarbe als Frauenpflanze beschrieben. Offensichtlich bezieht sich das auf die krampflösenden Eigenschaften bei Bauchschmerzen ihrer Blüten. Auch Männer können unter Bauchschmerz leiden. Zumal wenn die Leber oder die Galle involviert ist. Diese Art von Schmerzen lassen schnell zur Tablette greifen. Unter Umständen ist ein Schafgarbentee die bessere Alternative. Neben ihrer krampflösenden Komponente , besitzen die Schafgarben-blüten auch ein entzündungshemmendes und entblähendes Wirkpotenzial. Das Zusammenspiel der pflanzlichen Inhaltsstoffe kann sehr entspannend sein.

Das Wildkraut in seiner kultivierten Fassung.
Das Wildkraut in seiner kultivierten Fassung in einem Kräutergarten. Neben den Blüten der Schafgarbe kann auch das Kraut und die fiedrigen Blätter für die Gewinnung der Teedroge gesammelt werden.